Um Energie fürs Haus zu gewinnen, nutzen viele die Natur. Dann kommt der Saft über Solarmodule in die Steckdose. Doch was, wenn die Sonne mal nicht scheint? Zeit für moderne Speicher- und Cloud-Lösungen.

Kommt viel raus: Das Photovoltaik-Modul „Tegreon“ bietet eine hohe Ausgangsleistung unter sämtlichen Sonneneinstrahlungsbedingungen. Das niedersächsische Unternehmen gibt zudem zehn Jahre Garantieleistung auf das Paneel. Foto: Stiebel-Eltron

Die meisten Menschen möchten mit dem Trend gehen. In puncto Hausbau bedeutet dies, möglichst grün zu bauen. Und in Sachen Stromerzeugung bedeutet es, seinen Strom gleich selbst zu produzieren. Häuslebauer bleiben an dieser Stelle zwei Technologien. Zum einen generieren viele Eigenheimbesitzer ihre Energie über eine Photovoltaik-Anlage, die in der Regel auf dem Dach angebracht ist.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kraft-Wärme-Kopplung, bei der ein Mikro- oder Nano-Blockheizkraftwerk (BHKW) eingesetzt wird. Co2online rät bei dieser Art der Technik: „Ein BHKW eignet sich immer dann, wenn das ganze Jahr hindurch ein relativ hoher Wärmebedarf besteht. Es sollte mindestens 5.000 Stunden jährlich betrieben werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Da die Dimensionierung für die Wirtschaftlichkeit ein so wichtiger Faktor ist, sollte man deren Ermittlung auf jeden Fall einem Fachbetrieb überlassen.“

Zusammen mit dem Label des Blauen Engels ist ein BHKW in Sachen Umweltfreundlichkeit weit vorne, denn es spart Primärenergie und senkt umweltschädliche CO2-Emissionen. Daraus ergeben sich die Vorteile der dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme, die hohe Energieeffizienz und die geringe Schadstoffemmission.

Warum speichern?

Photovoltaik-Anlagen erzeugen keine fürs Haus nutzbare Wärme, sondern dienen ausschließlich der Stromgewinnung. Um ihren Haushalts-Beitrag in Form der Stromerzeugung leisten zu können, ist die Anlage von der Sonneneinstrahlung abhängig.

Mit dem Q am Start: Das „Q.Peak Duo Blk G5“ ist ein High-End Solarmodul. Das Panel liefert bis zu 320 Watt peak (Wp). Foto: Q-Cells

An sonnenreichen Tagen, von denen die meisten im Sommer sind, steht einer klimagerechten Energieproduktion nichts im Wege. Anders sieht es jedoch an Regentagen oder im Winter aus, wenn die Sonne sich nur wenige Stunden am Tag blicken lässt. Dann reicht das Sonnenlicht nicht aus, um im Haushalt für den nötigen Strom zu sorgen. Damit an sonnenschwachen Tagen kein teurer Strom hinzugekauft werden muss, nutzen viele PV-Anlagen-Besitzer mittlerweile eine Technik, die bereits in anderen Bereichen unseres Lebens zum Einsatz kommen: das Speichern.

Stromspeicher lassen sich oft schnell und unkompliziert installieren und machen die Hausbesitzer weitestgehend unabhängig von der Wetterlage. „Solarstromspeicher machen unabhängiger und ermöglichen es, günstigen Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage auch nach Sonnenuntergang zu nutzen,“ erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. „Mit den erneut gesunkenen Preisen wird die Solarstromspeicherung auch wirtschaftlich immer attraktiver. Entsprechend wird die Nachfrage nach Solarstromspeichern weiter steigen. Schon heute wird rund jede zweite Solarstromanlage im Eigenheimbereich zusammen mit einem Speicher installiert,“ so der Experte. Doch diese Speicher sind freilich in ihrer Leistung begrenzt. Eine Anlage, die so viel Strom speichert, dass sie ein Haus über einen kompletten Winter versorgen könnte, wäre schlichtweg überdimensioniert und zu teuer.

Die Cloud- und Community-Lösung

Bislang waren Besitzer einer Solaranlage daher dazu gezwungen, Strom zu kaufen, sobald der Sonnenschein ausblieb – und das zu einem stolzen Preis, der durchschnittlich bei 28 Cent pro Kilowattstunde liegt. Wer seinen selbst produzierten Strom ins Netz einspeist, bekommt nicht einmal die Hälfte des Einkaufspreises (durchschnittlich 12 Cent pro Kilowattstunde). Viele suchen daher nach einer Alternative zum externen Stromversorger. Und die gibt es. Was viele User vom PC- und Smartphonespeicher kennen, lässt sich auch beim Konservieren und Verwalten des selbst produzierten Stroms anwenden: eine Cloud beziehungsweise eine Community. Bei beiden Lösungsansätzen tun sich gleich mehrere Hausbesitzer (Stromerzeuger und -verbraucher) in einem von einem Unternehmen bereitgestellten System zusammen. In der Community wird der von allen Teilnehmern erzeugte Strom hochgeladen, gesammelt und gemeinschaftlich verbraucht.

Mit Stern: Der Mercedes-Benz-Energiespeicher „Home“ besitzt im Vergleich zur ersten Speicher-Generation die dreifache Batterieleistung und 120 Prozent Systemkapazität. Foto: Mercedes-Benz/RedTherm

Überschüssige Energie wird vergütet. Sollte es an Strom mangeln, wird dieser zugekauft – meist kostengünstiger als der Durchschnittspreis. Das Prinzip der Cloud ist ähnlich. Hier wird überschüssig produzierter Strom in der Cloud gespeichert und kann bei Bedarf selbst genutzt werden. Welcher Haushalt wann wieviel Strom verbraucht oder einspeist, wird auf einem Konto festgehalten. Manche Anbieter ermöglichen ihren „Mitgliedern“ sogar, den ihnen zustehenden zusätzlichen Strom andernorts zu verbrauchen. Denkbar sind an dieser Stelle beispielsweise Elektroauto-Ladestationen oder das Ferienhaus auf dem Land. Doch das Sharing hat auch seine Nachteile, vor allem für den Kunden. Wer sich einer Community- oder Cloud-Lösung anschließen möchte, muss in der Regel eine monatliche Grundgebühr berappen, um überhaupt mitmachen zu dürfen.

Fröhliches Speichern: Mit bis zu fünf Speicherblöcken kann die Steuereinheit namens „MyReserve Command“ erweitert werden. Ein solcher Block liefert eine Kapazität 2,2 kWh und eine Leistung von 800 Watt. Foto: Solarwatt

Außerdem bieten nicht alle Unternehmen den Strom zu billigen Konditionen an, sollte es einmal zu Engpässen in der Cloud kommen. Bei manchen Anbietern hingegen kommen beim Stromzukauf wegen der ohnehin schon hohen Monatsbeiträge keine weiteren Kosten auf die Kunden zu. Wer seinen Strom mittels einer PV-Anlage gemeinschaftlich speichern will, sollte sich im Vorfeld genau informieren. Viele der Cloud- oder Community-Lösungen setzen voraus, dass auch die firmeneigene Technik der Unternehmen auf dem Dach landet. Sie bieten dann Komplett-Pakete aus Photovoltaik-Anlage, Speicher und Cloud beziehungsweise Community an.

Alles drin: Der Stromspeicher sorgt dafür, dass vom eigens produzierten Strom so viel wie möglich selbst genutzt werden kann. Für die Unabhängigkeit sind neben Lithium-Modulen im Speicher, ein Wechselrichter und ein intelligentes Energiemanagement notwendig. Deutsche Energieversorgung/Senec

 

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