Digitaler Schlüssel: Mit einem smarten Motorzylinder kommt CES daher. Digitale Schlüssel können an beliebige Smartphones sowohl als Kurzeit- oder Dauerberechtigungen vergeben werden. CES

Smarte Schließsysteme sind komfortabel und garantieren Sicherheit, auch vor Hackern. Und auch bei Stromausfall bleibt der Hausbesitzer nicht im Regen stehen.

Sie stehen vor der verschlossenen Haustür, tragen zwei volle Einkaufstaschen und müssen nun nach dem Haustürschlüssel suchen. Also erst einmal die Tüten abstellen. Dass jetzt bloß keine davon umfällt. Aber wo ist nun der Schlüssel? Dieses Szenario kennen sicher viele. Ein Patentrezept dagegen gab es in der guten alten analogen Welt bislang nicht. Mit einem smarten Schließsystem gehört die lästige Suche nach dem Schlüssel der Vergangenheit an. Wird der Transponder in Ihrem intelligentem „Schlüssel“ oder Ihr Handy in der Nähe der Tür geortet, entriegeln diese nicht nur. In Verbindung mit einer Motorsteuerung der Tür schwenkt diese weit auf und Sie gehen vollbepackt gleich in die Küche durch. Und ein solches intelligentes Schließsystem kann noch viel mehr.

Türkommunikation aus der Ferne

In Verbindung mit einem Smart-Home-System wird das digitale Schloss erst so richtig komfortabel. Denn dann können Sie, wenn zum Beispiel Ihr Sohn oder Ihre Tochter ohne Schlüssel vor der Tür steht, mit ihm oder ihr über die Türkommunikation sprechen und die Tür von Ihrem Büroschreibtisch schnell und unkompliziert öffnen. Das gleiche funktioniert selbstverständlich auch mit dem Handwerker. Ihm könnten Sie sogar in einem Zeitfenster mit einem Code den freien Zugang zu Ihren vier Wänden gewähren. Überwachen könnten Sie alles über die Kameras im Haus. Bei letzterem Szenario sollte zum Freund mit dem goldenen Boden aber auch ein Stück weit Vertrauen vorhanden sein.

Nur von 14 bis 18 Uhr: Mit einem Software-Update lassen sich beim Schließsystem „blueCompact“ von Winkhaus nun zeitliche exakte Zutrittsberechtigungen im Voraus einrichten. Winkhaus
Einfach ist einfach: Der smarte Türschlossantrieb „Eqiva“ vom niedersächsischen Hersteller EQ-3 wird mit Adapter einfach über Schloss und Schlüssel montiert. Die Bedienung erfolgt mit einer Smartphone-App über Bluetooth. EQ-3

Doppelt sicher

Apropos Vertrauen. Sicherheit ist beim Einsatz von smarten Schließsystemen gleich in doppelter Hinsicht wichtig. Zum einen soll ein Schloss ja schließlich Ihr Haus oder Ihre Wohnungtür vor unberechtigtem Zugang sichern. Verriegeln können die digitalen Nachfolger des guten alten Zylinderschlosses sicher alle gut. Aber wie sieht es mit der Datensicherheit aus? Kann der Einbrecher sich beim Einsatz eines smarten Schließsystems nicht einfach einhacken und schafft sich so sogar ohne Gewalteinwirkung Zutritt? Diese Sorge ist in der Regel unbegründet, da alle bekannten Hersteller die Datenübertragung verschlüsseln. Die mittlerweile gängigste Verschlüsselung nennt sich AES256. Das wird den Nicht-Informatikern unter den Leser sicher nichts sagen. Kurz angerissen, dauert ein Knacken einer solchen Verschlüsselung mit einem leistungsstarken Rechner mehrere hundert Jahre. In einem Hackerforum steht dazu: „AES Verschlüsselung kannste nur per BruteForce knacken …oder mit anderen Worten: Kannste vergessen.“

Auch ohne Strom öffnen

Der Hacker bleibt draußen. Aber was ist, wenn der Strom ausfällt? Das ist ebenfalls kein echtes Problem. Dank „manuellem Modus“ lassen sich die meisten smarten Schlösser auch bei einem Stromausfall oder mit leeren Batterien öffnen. Einige Modelle lassen sich im Notfall sogar mit dem klassischen Schlüssel öffnen Letzterer wird bei vielen Nachrüstlösungen gleich mitgenutzt. Die intelligenten Steuer- und Motoreinheit wird in diesem Fall einfach von Innen auf den bestehen Schließzylinder samt Schlüssel montiert. So geht die Montage einfach und zügig von der Hand. Ein Handwerker wird dazu meist nicht benötigt. Zum anderen kann im Fall aller Fälle von außen immer noch der normale Schlüssel eingesteckt und mit ihm geschlossen werden.

Gut geplant mit blueCompact