Foto: Carsten Steinke

Wir testen das „Ambeo Smart Headset“ und seine Funktionen und sind begeistert vom Klang der Kopfhörer aus dem Hause Sennheiser.

Kunstkopfaufnahmen sind nichts wirklich Neues in der Audiowelt. Schon 1933 wurde der erste Kunstkopf in Chicago vorgestellt. Eigentlich ist es ein alter Hut. Nur das sich besagter alter Hut nie wirklich durchgesetzt hat – zumindest in der breiten Masse. Denn wie das Wort schon sagt, wird dazu in der Regel ein Kunstkopf benötigt. Und das ist aufwendig. Mittlerweile ist der „Kunstkopf“ zu „3D video sound“ mutiert und bei Sennheiser in ein In-Ear-Gerät gewandert. Mit dem „Ambeo Smart Headset“ hat der niedersächsische Tonspezialist Kunstkopfaufnahmen, die ja nun 3D Sound heißen, einfach und unkompliziert gemacht. Das was diese Art Aufnahmen ausmachen, nämlich eine räumliche Ortung des Klangs, kann nun mit dem In-Ear-„Hörer“ aus der Wedemark (Region Hannover) aufgezeichnet und selbstverständlich danach damit auch angehört werden. Apropos In-Ear-Hörer. Denn eigentlich ist der Begriff falsch. Ein solcher ist das „Ambeo Smart Headset“ nämlich nicht ausschließlich. So schreibt der Hersteller: „In seinen Ohrbügeln befinden sich hochwertige Mikrofone, die den Ton so einfangen wie das menschliche Ohr.“ Dadurch und wegen der Ton-Abschattung durch den Kopf des Nutzers entsteht der 3D-Klang.

Sound im Raum

Wer das erste Mal mit 3D-Sound in Berührung kommt, wird hellauf begeistert sein. Die Aufnahmen sind mit dem Ambeo kinderleicht und das Ergebnis, das Orten des Klangs im Raum, ist schon der Wahnsinn. Ideal kommen die 3D-Aufnahmen mit dem smarten Headset in Videos zur Geltung. Der Betrachter sieht nicht das Auto rechts an der Kamera vorbeifahren, er kann es auch rechts vorbeifahren hören. Also einfach mal die Augen schließen und den Ton allein wirken lassen. Überwältigend. Ein Hinweis: Dazu werden zwingend Kopfhörer benötigt. Mit klassischen Speakern und Boxen ist kein 3D möglich. Jetzt kommt der Haken. Die Headsets gibt es aktuell ausschließlich mit Lightning-Anschluss. Das heißt, nur Nutzer von Apples iPhone oder iPad können das Gerät überhaupt nutzen. Sollte der Hersteller aus Cupertino Ende des Jahres vielleicht die Anschlussart bei seinem mobilen Geräten auf USB-C wechseln, ist Sennheiser gefragt. Vielleicht kommt in diesem Zug ja der 3D-Sound auch in die Android-Welt. Was sich übrigens sicher ebenfalls gut machen würde, wäre eine Anschlussmöglichkeit an eine Action-Kamera, wie die GoPro.

Unser Editors’ Choice

Alles in allem ein klanglich exzellentes Gerät, das auch als reiner Kopfhörer ohne die 3D-Aufnahmefunktion eine gute Figur macht. Sennheiser-Qualität eben. Der In-Ear überzeugt im Alltag mit gutem Tragekomfort. Dank eines weiteren Mikrofons können damit auch Telefongespräche geführt werden. Wer die zugehörige App installiert, kann das ein oder andere Feintunen und auch die Firmware des Headsets updaten – wenn ein Update ansteht. Und noch ein Plus: das „Ambeo Smart Headset“ kommt mit Active Noise Cancellation daher. Das und das Alleinstellungsmerkmal 3D-Sound-Aufnahme lassen den Preis schon nicht mehr so hoch erscheinen: Für 257,00 Euro gab es das Gerät bei Amazon  (Stand: 1. Dezember 2018).

Sehen Sie nicht nur das Auto im Video vorbeifahren, hören Sie es mit geschlossenen Augen vorbeifahren. Das ist 3D-Sound: Aufgenommen und angehört mit einem In-Ear-„Hörer“. Foto: Carsten Steinke

Technische Daten

  • Anschlussstecker:
    Lightning
  • Audio-Übertragungsbereich:
    15-22,000 Hz
  • Max. Schalldruck:
    112 dB
  • Kabellänge:
    1,16 Meter
    Quelle: Sennheiser
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Medieninformatiker, Chefredakteur, UK-Freund und Braunschweiger. Wenn es um Smart-Home-Technik geht, ist er ganz vorn mit dabei. Seit Mai 2016 arbeitet Carsten Steinke beim Family Home Verlag und ist dort unter anderem für "Smart wohnen" verantwortlich. Vorher war er bei diversen Tageszeitungen in Norddeutschland tätig.