Musik-Streaming scheint die Zukunft des Musikhörens zu sein. Wir hatten Spotify, Apple Music, Google Play Musik, Napster, Amazon Music Unlimited und Deezer im Test.

Nicht nur das gigantische Angebot von verfügbaren Musiktiteln (ab 35 Millionen aufwärts) sowie deren Allgegenwärtigkeit machen das Musik-Streaming für seine Nutzer enorm attraktiv. Die meisten Dienste stellen neben der bloßen Musikwiedergabe ein vielfältiges Angebot von Hörbüchern, Hörspielen, Podcasts, (Musik-)Videos und Radiosendern zur Verfügung. Grundvoraussetzung für das Musik-Streaming ist eine funktionierende Internetverbindung. Gestreamt wird dann in der Regel mithilfe von Desktop-Programmen am PC, mit einem Webbrowser oder via App auf dem Smartphone oder Tablet. Mittlerweile gibt es jedoch zahllose weitere Möglichkeiten und Geräte wie Smart-TVs, Spiele-Konsolen, Lautsprecher oder auch Autos, die mit vielen Diensten kompatibel sind. Wir haben Spotify, Apple Music, Google Play Musik, Napster, Amazon Music Unlimited sowie Deezer getestet und die jeweiligen Stärken und Schwächen der einzelnen Anbieter verglichen.


Inhaltsverzeichnis

1. Angebot, Test-Phase, Preise
2. Anbieter – Musikauswahl
3. Soundqualität
4. Allgemeine Performance
5. Navigation und Benutzerfreundlichkeit
6. Plattformunterstützung
7. Neue Musik kennenlernen
8. Fazit
9. Auswertung

Angebot, Test-Phase, Preise:

Damit sie selbst prüfen können, welcher Anbieter Ihnen am meisten zusagt, haben Sie die Möglichkeit jeden einzelnen Dienst kostenlos für ein bis drei Monate zu testen. Apple Music gewährt Telekom-Kunden sogar eine unschlagbare Test-Phase von sechs Monaten. Und auch Google-Play-Musik-Interessierte können mit variierenden Angeboten ihre Probezeit verlängern. Allen Anbietern gemein ist jedoch derselbe Preis von 9,99 Euro pro Monat. Sparen können Sie trotzdem. Und zwar mit bestimmten Rabatt-Angeboten. Jeder Anbieter, bis auf Napster und Deezer, gewährt beispielsweise ein spezielles Familienangebot. Mit diesem kann der Dienst von bis zu sechs Personen für 14,99 Euro im Monat genutzt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass alle Nutzer im selben Haushalt wohnen.

Bis auf Google Play Musik bieten zudem alle Dienste spezielle Sondertarife wie beispielsweise einen Studentenrabatt von 50 Prozent oder Vergünstigungen durch Kooperationen mit Mobilfunkanbietern wie O2 oder Vodafone. Testsieger in Sachen Preis ist für uns jedoch eindeutig Amazon Music Unlimited – zumindest für Prime-Kunden. Die haben nämlich viele Vorteile wie Prime Video oder den Gratis-Premiumversand. Zudem ermöglicht ihnen das Abo den Zugriff auf Prime Music, welches allerdings nur 2 Millionen Songs beinhaltet. Wem das nicht genügt, kann sich für vergünstigte 7,99 Euro im Monat das Premium-Paket zusätzlich dazu buchen.

Anbieter – Musikauswahl:

Worauf es bei einem Musik-Anbieter selbstverständlich am meisten ankommt, ist eine umfangreiche Musikauswahl. Bei dieser konnten alle Anbieter durchweg überzeugen. Nicht nur populäre Songs und aktuelle Chart-Musik hatte bei unserem Stichprobentest ausnahmslos jeder der Dienste im Repertoire. Auch eine Vielzahl von Live- und Akustikstücken, Remix-Versionen sowie unbekanntere nationale wie auch internationale Interpreten waren in den Bibliotheken größtenteils vertreten. Nur bei besonders speziellen Musik-Wünschen und Underground-Interpreten schwächelten Spotify und Napster im Vergleich zu ihrer Konkurrenz etwas öfter. Gesucht wurden zudem alle Lieblingslieder der Smart-wohnen-Redaktion, wobei bis auf Apple Music jeder Dienst einen Treffer landete. Dem Anbieter mit dem Apfel-Logo sei dies jedoch verziehen, ob des nicht gefundenen Songs eines eher unbekannten Künstler-Trios vom Balkan.

Einzelne Lücken wie diese finden sich ohnehin im Angebot jedes Anbieters und können praktischerweise von allen bis auf Napster und Amazon Music durch die Integration eigener Musik geschlossen werden. Am besten funktioniert dies bei Apple Music. Durch die Aktivierung der iCloud-Mediathek gleicht der Dienst alle eigenen Titel-Inhalte ab und lädt die fehlenden hoch. Mit einigen Abstrichen verlief der Import eigener Musik auch bei Deezer und Google Play Musik nahezu einwandfrei. Abzüge gab es bei Deezer dennoch aufgrund einiger fehlender Titel nach dem Upload. Und auch Google Play Musik muss sich eine Mini-Kritik aufgrund eines Upload-Limits gefallen lassen – 50.000 Titel müssen Nutzer jedoch auch erst mal zusammenkriegn. Nicht zuletzt ermöglicht auch Spotify die Einbindung eigener Musik, allerdings nur über Umwege und mit gewissen Einschränkungen.

Soundqualität:

Was die Soundqualität angeht können alle Anbieter überzeugen. Getestet wurde diese mit In-Ear-Hörern von GGMM sowie mit Kopfhörern von Sennheiser. Unterschiede waren jedoch höchstens marginal festzustellen. Für anspruchsvollere Ohren eignet sich jedoch das Sonder-Abo „Elite“ von Deezer für 14,99 Euro, welches eine Wiedergabequalität von 1.411 Kilobit pro Sekunde statt der 256 beziehungsweise 320 kBit/s der anderen Dienste ermöglicht. Wem das immer noch nicht genug ist, lauscht seiner Lieblingsmusik allerdings doch lieber von einer CD. Klanglich hat die im Vergleich tatsächlich immer noch weitaus mehr zu bieten. Unkritische Musikhörer dürften jedoch mit der Audio-Qualität der getesteten Streaming-Dienste mehr als zufrieden sein.

Allgemeine Performance:

Anders sieht es dagegen bei einigen Anbietern mit der allgemeinen Performance ihres Angebots aus. Napster und Apple Music kamen während des Tests, was Geschwindigkeit und Ladezeiten angeht, häufig an ihre Grenzen. Insbesondere Apple Music präsentierte sich für unseren Geschmack einmal zu oft als zu träge und wies während des Abspielens sogar häufig Ruckel-Symptome auf. Besonders enttäuschend war jedoch, dass selbst Musik, die auf dem Smartphone im Offline-Modus abgespielt werden sollte, sprich bereits zuvor heruntergeladen worden war, bei der Wiedergabe Schwierigkeiten hatte. In dem Fall half nur noch das komplette Schließen und anschließende Wiederöffnen der App. Die anderen vier Anbieter, vor allem Spotify, legten da eine weitaus bessere Vorstellung hin. Die Musik lief wie aus einem Guss und auch das Durchklicken durchs Menü erwies sich als äußerst komfortabel und vor allem schnell.

Navigation und Benutzerfreundlichkeit:

Was dagegen die Navigation und Bedienerfreundlichkeit angeht, lässt sich grundsätzlich sagen, dass definitiv noch Verbesserungspotential besteht – und zwar bei allen Anbietern. Durch das große und vielfältige Angebot entsteht ein etwas verschachtelter, um nicht zu sagen unaufgeräumter Aufbau. Neueinsteiger verlieren da recht schnell den Überblick. Von allen getesteten Anbietern sind die Menü-Führungen von Deezer und Amazon Music Unlimited jedoch definitiv die besten. Noch dazu sind sie in ihrer Handhabung durchaus intuitiv und ermöglichen so im Vergleich eine recht schnelle Eingewöhnungsphase. Aus diesem Grund erhielten sie von uns im Test dennoch die volle Punktzahl. Auch die Suchfunktionen arbeiten bei beiden ausgesprochen gut. Sie liefern bereits beim Eintippen Interpreten-Vorschläge und erlauben im Falle von Deezer sogar Rechtschreibfehler.

Was man Apple Music dagegen zu Gute halten muss, ist, dass sich das Unternehmen zumindest in Sachen Design und Aufbau treu bleibt. Fans und Kenner des Apple-Kosmos` dürften sich daher recht schnell zurecht finden. Was des einen Freud ist, ist jedoch des anderen Leid. Denn es ist ebenfalls offensichtlich, dass die gesamte Menüführung ausschließlich auf iOS-Geräte ausgerichtet ist. Für Android-Nutzer erscheint sie dagegen alles andere als komfortabel und auf die Dauer auch etwas ärgerlich.

Plattformunterstützung:

Die Plattformunterstützung von Apple Music und auch Google Play Musik lässt im Vergleich zur Konkurrenz etwas zu wünschen übrig. Breit aufgestellt sind dagegen Deezer und vor allem Spotify. Beide Dienste bieten ein umfangreiches Angebot von unterstützten Geräten diverser Hersteller – von Lautsprechern, TV-Geräten und Spielekonsolen über Audio-Systeme für Autos bis hin zur Sprachsteuerung mit Alexa oder Google Home. Gemeinsam mit Napster sind sie zudem die einzigen Anbieter, die neben der Unterstützung von iOS- und Android-Geräten auch Besitzer von Windows Phones glücklich machen.

Neue Musik kennenlernen:

Das Musik-Streaming bietet viele Möglichkeiten neue Musik kennenzulernen. Dies ermöglichen unsere getesteten Anbieter in der Regel solide. Standard ist mittlerweile bei allen eine Vorschlagliste von ähnlichen Interpreten, die sich in der Ansicht eines jeden Künstlers befindet. Zudem bieten alle Anbieter eine bestimmte Funktion, die individualisierte Playlists abspielen: Bei Spotify, Google Play Musik und Amazon Music Unlimited heißt diese „Radio“, bei Deezer „Mix“, bei Napster „Channel“ und bei Apple Music „Sender“. Die Songs in diesen Playlists sucht der jeweilige Anbieter in Anlehnung an einen bestimmten Künstler, einer Playlist oder ein Genre. Besonders gut macht das unserer Ansicht nach Amazon Music Unlimited. Während unseres Tests gab es eine Vielzahl von Übereinstimmungen und passenden Musikvorschlägen, die uns tatsächlich zum Weiterhören inspirierten.

Einen Schritt weiter gehen bei dieser Form des Musikkennenlernens zudem Deezer und Google Play Musik mit ihren Funktionen „Flow“ und „Auf gut Glück“. Diese spielen personalisierte Playlists, die sich ausschließlich am eigenen Musikgeschmack beziehungsweise jener Musik orientieren, die bereits gehört wurde. Allerdings wies insbesondere „Flow“ von Deezer zum Teil grobe Schnitzer in der Titelauswahl auf. Neben personlaisierten Playlists stellen auch alle Anbieter eine großzügige Auswahl an zum Teil kuratierten Playlists, die in der Regel nach Genres, Stimmungen und Aktivitäten unterteilt sind.

Fazit:

Alles in allem konnten im Test alle Anbieter überzeugen. Besonders empfehlenswert sind unserer Ansicht nach jedoch Spotify, Deezer und Amazon Music Unlimited, die in Sachen Musikauswahl, Bedienerfreundlichkeit sowie Plattformunterstützung klar die Nase vorn haben. Zum allgemeinen Angebot und den zusätzlichen Extras lesen Sie im Folgenden mehr. Hierbei präsentierte sich insbedonere Spotify extrem stark. Im Gesamtpaket überzeugte Amazon Music Unlimited dennoch am meisten.


Foto: Anna-Lena Schüchtle

Der schwedische Dienst Spotify ist nicht grundlos Platzhirsch auf dem Markt. Seit seiner Gründung 2006 konnte er vor allem mit seiner werbefinanzierten Gratis-Version eine Vielzahl von Nutzern an Land ziehen. Mit dem Premium-Account lässt sich auf einer unbegrenzten Anzahl von Endgeräten streamen – allerdings nur drei gleichzeitig im Offline-Modus. Das allgemeine Menü-Design kommt sehr schick und modern daher und lässt sich im Vergleich zur Konkurrenz wahnsinnig schnell und flüssig bedienen. Ladezeiten sind ohnehin kaum zu bemerken – für die Performance also völlig zurecht die volle Punktzahl! Leider sorgt der leicht verschachtelte Aufbau für eine etwas längere Eingewöhnungsphase und macht das Entdecken neuer Musik zum Teil auch komplizierter, als es sein müsste. Die Funktion „Radio“ und die kuratierten Playlists machen es dennoch möglich – wenn auch nicht immer punktgenau.

Klasse sind dagegen die angebotenen und vor allem vielfältigen Inhalte. Neben Hörbüchern, sind vor allem gelungene Video-Shows und Podcasts Bestandteil das Angebots. Empfehlenswert ist beispielsweise der hierzulande sehr beliebte Podcast „Fest & Flauschig“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz. Im Vergleich zu anderen Diensten brilliert Spotify zudem mit einer sehr gut aufgestellten Plattformunterstützung.

+

  • umfangreiche Plattformunterstützung
  • ansprechendes Design
  • gratis-Version für Sparfüchse
  • vielfältiges Zusatz-Angebot
  • sehr schnelle + flüssige Navigation
  • Konzertinfos
  • Künstler-Biographien (allerdings nur in Englisch)
  • unterbrechungsfreie Wiedergabe

  • teilweise etwas verschachtelter Aufbau
  • Musik-Import nur über Umwege möglich
  • ganz selten: Titel verschwinden

Foto: Anna-Lena Schüchtle

Wie man es vom Markenriesen gewohnt ist, bietet Apple mit Apple Music einen durch und durch soliden Dienst, der vor allem Fans und Kennern des Apfel-Universum gefallen dürfte. Die sind es auch, an die sich der Dienst in erster Linie richtet – fünf von den insgesamt zehn nutzbaren Endgeräten müssen beispielsweise Macs sein. Nutzer von Android-Geräten hängen dagegen manchmal etwas in der Luft, wenn es um die Bedienung geht, und müssen sich auch erst mal daran gewöhnen. Überraschend unbefriedigend ist zudem die allgemeine Performance des Dienstes. Lange Ladezeiten, Ruckeln bei der Wiedergabe oder Abstürze der ganzen App waren während des Tests leider keine Seltenheit – und zwar selbst im Offline-Modus. Positiv ist dagegen die Möglichkeit Lücken im Archiv mit eigener Musik zu schließen. In dieser Einfachheit war dies bei keinem anderen Dienst möglich. Der Umfang verfügbarer Medieninhalte ist ebenfalls äußerst ansprechend.

Besonders Musik-Videos stechen bei Apple Music hervor, die beim jeweiligen Interpreten auch direkt angezeigt werden. Die durch eine eigene Musikredaktion kuratierten Playlists bieten des Weiteren einen absoluten Mehrwert. Die Musikempfehlungen durch das Abspielen der „Sender“-Wiedergabe sind zudem äußerst vielversprechend, wenn es darum geht neue Musik für sich zu entdecken. Darüber hinaus brilliert der Dienst mit wunderbaren Möglichkeiten im Sinne der sozialen Vernetzung mit anderen Apple-Music-Kontakten. Auf diese Weise ermöglicht der Dienst das gemeinschaftliche Bearbeiten von Playlists und Empfehlungssysteme durch andere Nutzer mit ähnlichen Eigenschaften.

+

  • hervorragende Integration eigener Musik
  • großes Video-Angebot
    (vor allem viele Musik-Videos)
  • Songtexte + Künstler-Infos
  • gutes Zusatz-Angebot
  • eigener Live-Radio-Sender „Beats 1“
  • mit „Connect“ Lieblingsküsntlern folgen
  • gute soziale Vernetzung
  • kuratierte Playlists
  • für Fans und Kenner von Apple sehr empfehlenswert

  • teilweise sehr verschachtelter Aufbau
  • teilweise etwas umständliche Bedienung
  • sehr auf hauseigene Hardware ausgerichtet
    (außerhalb des Apple-Kosmos etwas unkomfortabel)
  • teilweise lange Ladezeit + Ruckeln (auch Offline)
  • kein Webplayer

Foto: Anna-Lena Schüchtle

Alle reden immer nur von Spotify, Apple Music oder Deezer. Völlig zu Unrecht wird dem Streamingdienst Google Play Musik dagegen recht wenig Beachtung geschenkt. Dabei handelt es sich dabei um eine durchaus vielversprechende Alternative zu den Marktführern. Bis auf die noch ausbaubare Geräte- und Plattformunterstützung kann sich der Dienst nämlich definitiv mit seinen Konkurrenten messen. Nutzer können mit dem Premium-Account auf insgesamt zehn Endgeräten streamen. Besonders gut gefiel uns beim Test die schnelle und flüssige Navigation durchs Menü, das nebenbei auch zu den übersichtlichsten zählt. Wie bei Apple Music ist auch bei Google Play Musik der Import eigener Musik möglich, jedoch nur mit einem Limit von 50.000 Titel – die muss man allerdings auch erst mal zusammenkriegen.

Ebenfalls empfehlenswert ist die Musikoption „Auf gut Glück“, die eine Musikwiedergabe von Titeln basierend auf dem eigenen Musikgeschmack ermöglicht. Im Vergleich zu Deezers „Flow“ konnten dabei auch einige Treffer gelandet werden, sodass der eine oder andere Song tatsächlich Interesse an mehr weckte. Allgemein gefiel uns das Empfehlungssystem des Dienstes richtig gut. Aktuelle kuratierte Playlists halten zudem Wiedergabelisten für jeden Geschmack bereit. Leider kommt insgesamt die soziale Komponente etwas zu kurz. Und auch in Bezug auf das Angebot abseits von Musik muss der Dienst im Vergleich einige Abstriche machen. Podcasts sind beispielsweise bislang nur in den USA und Kanada verfügbar.

+

  • schnelle, flüssige, nahtlose Navigation
  • kuratierte Playlists
  • recht übersichtliches Menü
  • gute Integration eigener Musik
  • persönliche + passende Musikempfehlungen
  • Musikoption „Auf gut Glück“ mit Wiedergabeliste basierend
    auf eigenem Musikgeschmack
  • Künstler-Infos (Verlinkung mit Wikipedia)

  • Podcasts bislang nur in Kanada und USA verfügbar
  • ausbaubare Plattformunterstützung
  • kein Studentenrabatt
  • Ausbaubare Medieninhalte abseits von Musik

Foto: Anna-Lena Schüchtle

Bei Napster handelt es sich um einen durch und durch soliden Streamingdienst – leider nicht mehr, aber auch nicht weniger. In Sachen Musikauswahl und Zusatzangebot muss sich der Anbieter im Vergleich zur Konkurrenz definitiv nicht verstecken. Leider hapert es manchmal bei der Ausführung. So zum Beispiel in puncto Menü, das teilweise sehr unaufgeräumt wirkt. Der verschachtelte Aufbau sorgt zudem dafür, dass eine logische Zielführung leider erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase möglich ist. Auch mehr oder weniger lange Ladezeiten waren während des Tests gelegentlich zu beobachten. Schade ist nicht zuletzt, dass es weder einen Studentenrabatt, noch einen Familientarif gibt. Lohnenswert ist der Dienst dagegen für Kunden von O2, die statt der 9,99 Euro nur 7,99 Euro pro Monat zahlen.

Zudem ist der Dienst auch für Besitzer von Windows Phones nutzbar. Positiv bewerten wir auch einige extra Features des Dienstes, zum Beispiel einen speziellen Auto-Modus, der eine deutlich vereinfachte Menü-Führung ermöglicht, was insbondere praktisch ist, wenn man gerade im Auto sitzt. Auch der sogenannte Kids-Modus ist eine schöne Idee. Dieser sorgt laut Anbieter für eine eigenständige und sichere Umgebung für Kinder.

+

  • kuratierte Playlists
  • Videos (hauptsächlich Exkusiv-Interviews mit Künstlern)
  • Künstler-Biographien (allerdings nur bekannte Künstler)
  • Kids-Modus
  • Auto-Modus ermöglicht sehr vereinfachte Menü-Führung
  • auch für Windows Phone verfügbar

  • Menü wirkt teilweise etwas unaufgeräumt
  • Musik entdecken etwas kompliziert
  • Musik-Empfehlungen ausbaufähig
  • kein Musik-Import möglich
  • etwas unübersichtlicher Support-Bereich
  • kein Familienangebot / Studentenrabatt

Foto: Anna-Lena Schüchtle

Testsieger Amazon Music Unlimited überzeugte vor allem aufgrund seines attraktiven Gesamtpakets. Negatives gibt es kaum zu sagen, außer vielleicht, dass der Import eigener Musik auf 250 Songs beschränkt ist und nur zu einem Aufpreis von 25 Euro auf 25.000 Songs angehoben wird (Anmerkung: dieser Dienst wurde während des Testzeitraums sogar komplett eingestellt). Eine Mini-Kritik gibt es auch, weil keine Künstler-Infos und Songtexte nur bei bestimmten Titeln abrufbar sind, was aber vermutlich weniger den Gelegenheitshörer, denn den Musikfreak stören dürfte. Ansonsten präsentiert sich der Dienst als äußerst durchdacht und Nutzer-nah. Besonders hervorzuheben ist vor allem die Bedienerfreundlichkeit. Diese ist zwar wie bei allen Diensten ausbaubar, hebt sich aber wie die von Deezer deutlich von der Konkurrenz ab – sehr übersichtlich, intuitiv und komfortabel.

Ganz selten fielen uns beim Laden der Musik kleine Verzögerungen auf, die leichte Abzüge in Bezug auf die Performance bedeuten. Uns gefiel besonders das schicke und moderne Design der App und auch des Desktop-Players für Mac und Windows. Zudem bietet auch das Angebot abseits der Musik einen absoluten Mehrwert. Neben Hörbüchern und einem extra Bereich für Kinder, freuen sich auch Fans der Fußball-Bundesliga, Champions League sowie der Europa League, von denen ausgewählte Spiele via Audio-Live-Stream übertragen werden. Steuern lässt sich der Dienst selbstverständlich auch per Sprachbefehl mit Amazons Alexa.

+

  • für Amazon-Prime-Kunden günstigster Anbieter
  • sehr ansprechendes Design
  • übersichtliche, intuitive, komfortable Bedienung
  • recht nahtlose, schnelle flüssige Navigation
  • Kids-Bereich
  • gute Plattformunterstützung
  • viele Möglichkeiten Musik zu entdecken (gute persönliche Empfehlungen)

  • keine Künstler-Infos
  • kein umfängliches Songtext-Angebot
  • keine Einbindung eigener Musik möglich

Foto: Anna-Lena Schüchtle

„Hör, was du hören willst“ – so lautet der Slogan von Deezer, der bereits einige Male äußerst unterhaltsam und humorvoll in diversen Werbeclips kundgetan wurde – allein für diese müsste es eigentlich schon einen Extra-Punkt in der Bewertung geben. Den hat der französische Dienst jedoch gar nicht nötig, denn insbesondere in puncto Bedienerfreundlichkeit macht ihm (außer Amazon Music Unlimited) so schnell keiner was vor. Das äußerst übersichtliche Menü ermöglicht eine recht intuitive, komfortable Steuerung, die noch dazu schnell und flüssig vonstatten geht. Auch die Plattformunterstützung sowie das soziale sowie integrierte Empfehlungssystem sind überzeugend. Letzteres zeichnet sich vor allem durch die Option „Flow“ aus, welche eine den Nutzergewohnheiten entsprechende Wiedergabeliste ermöglicht. Leider wurde diese unserem Geschmack nicht immer gerecht beziehungsweise lag zum Teil meilenweit daneben.

Das zusätzliche Angebot erstreckt sich auf Hörbücher, Hörspiele, Podcasts, Radiosender und einen Kids-Bereich. Fußballfreunde finden zudem bestimmt Freude an diversen Angeboten mit Bezug zum runden Leder. Außerdem war Deezer der einzige Anbieter, der Hörbücher offensichtlich in sein Menü integrierte. Bei anderen musste man dafür erst mal suchen. Ganz nebenbei ist auch die Musikauswahl äußerst überzeugend. Ist der Wunsch-Song dennoch nicht dabei, kann dieser recht einfach aus dem eigenen Archiv hochgeladen werden. Leider fiel während des Tests dabei jedoch auf, dass der Upload nicht immer ganz vollständig war, was etwas ärgerlich ist.

+

  • übersichtliche, intuitive, komfortable Bedienung
  • recht nahtlose, schnelle, flüssige Navigation
  • viele Möglichkeiten Musik zu entdecken
  • Musikoption „Flow“ mit Wiedergabeliste basierend auf eigenem Musikgeschmack
  • Integration eigener Musik (teilweise leider fehlerhaft)
  • gute Plattformunterstützung
  • gute soziale Vernetzung
  • HIFI-Abo ermöglicht Streaming mit 1.411 kBit/s
  • Songtexte (allerdings nicht immer)
  • Künstler-Biografien (allerdings nur bekannte und in Englisch)

  • Musikoption „Flow“ nicht immer auf den Punkt
  • Limit von 1.000 Songs für Playlists bei der App

 


 

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