Medium Rare oder Well Done? Gelingt das perfekte Filetsteak auch mit einem smarten Elektrogrill? Sehen Sie hier unseren Praxistest des Optigrills von Tefal.

 

Das Scharnier machts: Die Dicke des Grillguts wird durch den Deckel ermittelt. Die Sensoren dazu hat der Hersteller in den Scharnieren verbaut. Tefal

Kann denn ein smarter Kontaktgrill mit Handysteuerung die jahrelange Erfahrung eines Hobbykochs ersetzen? Vor allem, wenn es um das punktgenaue Garen eines Filetsteaks geht – die Königsdisziplin an Pfanne und Grill. Zart soll es sein, mit einem feinen rosa Streifen in der Mitte – also „medium well“. Um das Ergebnis unseres Hands-on-Tests vorwegzunehmen: Well, das Fleisch war genauso, wie es sein sollte: „medium well“. Aber der Reihe nach. Der Tefal Optigrill smart, auf sicherer Arbeitsplatte positioniert, steht wackelfrei und gibt sich in Sachen Standfestigkeit keine Blöße. Das Aufstellen geht leicht von der Hand. Lästiges Zusammenbauen von Einzelteilen entfällt, denn der angehende smarte Grillmeister zieht ein komplett zusammengebautes Gerät aus der Verpackung. Einzig die Schale für das auslaufende Fett muss vor Inbetriebnahme unter das Gerät geschoben werden. Nun noch die Grillplatten reinigen und mit ein wenig Öl einpinseln, schon kann es losgehen.

Smarte Features am Grill

App-gefahren: Die App zum Optigrill ist intuitiv bedienbar, klar und übersichtlich. Das Handbuch bleibt in den meisten Fällen wohl im Schrank. Tefal

Denn das Gerät macht auch ohne Handy-App und Bluetooth-Verbindung seinen Job. Aber das wollen wir in diesem Test ja gerade nicht. Also Smartphone in die Hand und ab in den Google Play Store oder den Apple AppStore und die App „Mein Optigrill“ herunterladen. Die Bluetooth-Verbindung zum Grill ist ebenfalls zügig hergestellt: Einfach die Ok-Taste solange drücken bis das Bluetooth-Symbol blau blinkt. Wenn die Verbindung zum Handy hergestellt ist, leuchtet die LED kontinuierlich. Das Steak-Programm ist in der übersichtlichen App schnell gefunden, dann nur noch den Gargrad einstellen und die Ok-Taste am Gerät drücken. Nun beginnt das Vorheizen. Ein Vorteil der App-Bedienung ist die Anzeige der Restlaufzeit, denn die wird am Grill selbst nicht dargestellt. Wichtig: Bis hierher sollte der Deckel des Kontaktgrills geschlossen bleiben, denn die Dicke des Fleisches wird über Sensoren in den Deckel-Scharnieren ermittelt. Apropos Fleisch, das landet unmittelbar nach dem Vorheizen zwischen den Grillplatten. Was nun beginnt ist nicht nur der Garprozess, sondern auch die Vertrauensprobe. Denn der Grillmeister sollte dem Gerät vertrauen.

Auf die App hören

Merke: Ständiges Öffnen und Schließen des Deckels wirkt sich negativ auf der Ergebnis aus. Es heißt also Abwarten und Hoffen, dass die smarte Technik auch das tut, was sie tun soll. Das Hoffen, vielleicht gepaart mit Bangen, verschwindet spätestens nach dem Entnehmen und Aufschneiden des fertigen Steaks. Es ist auf den Punkt gegart – entsprechend der Einstellung. Dabei sollte der Hobbykoch unbedingt auf die Entnahme-Aufforderung der App achten. Sonst wird das Steak nicht medium well sondern well done. Einen weiteren Vorteil der App wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: Es können mehrere Profile angelegt werden, so ist der gewünschte Gargrad nur eine Klick entfernt und muss nicht immer neu einjustiert werden. Ein Manko gibt es dennoch. Das Gerät sowie die App bieten Programme für Burger, Geflügel, Sandwiches, Würstchen, Steaks, Fisch, Speck und Meeresfrüchte. An der Stelle könnte die App ein wenig „aufgebohrt“ werden und mehr bieten, als auch über das Bedienpanel des Grills einstellbar ist.

Dem Grill vertrauen: Wird das Filet etwas oder nicht? Wer gelernt hat, dem Optigrill zu vertrauen, kann sich zurücklehnen und dem smarten Gerät alles andere überlassen. Tefal

 

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Carsten Steinke
Medieninformatiker, Chefredakteur, UK-Freund und Braunschweiger. Wenn es um Smart-Home-Technik geht, ist er ganz vorn mit dabei. Seit Mai 2016 arbeitet Carsten Steinke beim Family Home Verlag und ist dort unter anderem für "Smart wohnen" verantwortlich. Vorher war er bei diversen Tageszeitungen in Norddeutschland tätig.