Wie sauber ist die Luft, die wir zu Hause einatmen? Mit einer Raumluftmessung lassen sich Schadstoffe und Allergene in Innenräumen feststellen.

Stand-alone-Syteme zur Luftqualitätsmessung sind meist schnell aufgestellt und verlangen kein Luftgütesensoren. Sie können in ein entsprechendes Smart-Home-System integriert werden. Foto: Bosch Smart Home

Meist holen wir uns die Schadstoffe selbst ins Haus. Wenn wir zum Beispiel neuen Teppichboden verlegen oder Wände streichen, können Schadstoffe ausgasen, die sich dann in der Atemluft befinden. Um sich solchen Gefahren zu entziehen, können Sie sich unter anderem für schadstoffarme oder schadstofffreie Farben entscheiden. Ein Anbieter dafür ist der Farbenhersteller Auro aus Braunschweig. Messen können die schadstoffgeplagten Bewohner diese Schadstoffe in der Regel nicht selber. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt ein Messinstitut zu beauftragen. Und die Kosten: „Die Analysekosten können einige Hundert bis einige Tausend Euro betragen“, setzt die Verbraucherzentrale nach.

Luftqualität selbst messen?

Gängig und quasi an jeder Ecke zu bekommen sind CO2-Messgeräte. Meist messen die Geräte zusätzlich auch noch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Kohlendioxid entsteht durch die menschliche Atmung. Wir atmen Sauerstoff ein und CO2 aus. Das Ergebnis dieser „verbrauchten“ Luft sind unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und ein unruhiger Schlaf. „Ausreichende Belüftung der Räume ist daher immer unerlässlich“, empfiehlt das Umweltbundesamt dazu. Mit einer Konzentration um 400 ppm (parts per million) sei es ein natürlicher Bestandteil der Umgebungsluft. Eine Studie nach Pettenkofer weist nach, dass Personen sich in Räumen mit CO2-Konzentration unter 1.000 ppm behaglich fühlen, über 2.000 ppm jedoch deutlich unbehaglich, ergänzt Pluggit, ein Hersteller für Wohnraumlüftungsgeräte. „Die Luftreinheitswerte sollten unter 1000 ppm gehalten werden“, empfiehlt Bosch Smart Home.

VOC-Raumluftmessung

Stand-alone-Syteme zur Luftqualitätsmessung verlangen kein Smart-Home-System mit dem sie ausschließlich funktionieren. Mit vielen Luftgütesystemen können Sie sprechen. Foto: Fibaro

Relevant für die Wohngesundheit und von den Bewohnern selbst messbar sind die sogenannten VOCs (Volatile Organic Compounds), flüchtige organische Verbindungen. In zu hoher Konzentration können Kopfschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege auftreten. Diese Symptome werden unter dem Begriff „Sick-Building-Syndrom“ zusammengefasst. „VOC kommen praktisch immer in der Raumluft vor. In der Regel sind die Konzentrationen einzelner VOC in Innenräumen relativ gering und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind dann nicht zu befürchten“, schreibt das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. In Innenräumen sollte im Mittel die Gesamt-Konzentration unter 0,3 Milligramm pro Kubikmeter liegen, sofern keine Einzel-Richtwerte überschritten werden. Die VOC-Belastung kommt unter anderem von Reinigungsmitteln, Farben, Klebstoffen oder Möbeln.

Messgerät für Radon

Ein weiteres, aber nicht sehr bekanntes Gas ist Radon. Das natürliche radioaktive Edelgas Radon gelangt aus dem Baugrund ins Freie und in Gebäude. „Oberhalb von 100 Becquerel pro Kubikmeter sollten immer Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration in Betracht gezogen werden“, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter. Denn: Radon kann Krebs verursachen. Ein Messgerät für Radon stellt unter anderen der in Oslo ansässige Anbieter Airthings her.

Wir haben die Produkte einiger Hersteller in einer übersichtlichen Tabelle verglichen:

Luftqualität: Das nackte Leben