Das Model von LG: Der HomBot Square. Die maximale Akkulaufzeit beträgt 100 Minuten und die Leistung bei 2.330 mAh. Das Staubbehältervolumen liegt bei 600 ml. Der HomBot reinigt im Smart Turbo Modus oder Turbo Modus mit einer zentralen Reinigungsbürste, Seitenbürsten, und optional mit Wischmopp, Teppichbürste oder Tierhaarbürste. Die Maße sind 34 cm Breite und 8,9 cm Höhe. Im Zubehör enthalten sind eine Ladestation und Fernbedienung. Das Modell ist bei amazon für ab 830 Euro erhältlich.

Unsere Redaktion hat drei Saugroboter getestet: RX9 | X 3D Vision von AEG, HomBot Square von LG und Powerbot VR7000 von Samsung.

Kennen Sie folgende Szene? Sie liegen in Schieflage auf dem Boden und jagen mit dem Staubsauger zusammen unter Sofa, Tisch und Bett die Wollmäuse. Und das wenigstens einmal in der Woche, ganz abgesehen von teils täglichen Rundfahrten über belebte Bodenflächen in Küche, Bad oder Flur. Wer zudem kleine Bewohner samt Vierbeiner zu seinem Haushalt zählt, weiß, wo der Haken liegt. Kurz gesagt: Eine Testreihe zum Thema elektrische Saugroboter kommt wie gerufen.

Unsere Redaktion hat über mehrere Wochen ausgiebig drei Modelle unterschiedlicher Hersteller in den eigenen vier Wänden getestet: Welches Modell besteht unseren Alltagstest? Wie stark sind Saug- und Akkuleistung? Spielen die Saugroboter in einer Liga mit einem klassischen Staubsauger? Und wie erkennt das Gerät eigentlich Hindernisse?

Was wird getestet?

Doch was steckt eigentlich hinter den akkubetriebenen Putzhelfern, die scheinbar so mühelos unsere klassischen Staubsauger von der Bodenfläche verdrängen? Der größte Luxus ist der völlig autarke Reinigungsvorgang eines Saugroboters. So sollen die Geräte selbstständig durch den Raum fahren und die Bodenflächen mit Hilfe von rotierenden Bürsten von Staub- und Schmutzpartikeln reinigen. Sobald der Akku schwächelt, steuern die meisten Geräte ihre Ladestation ebenso selbstständig wieder an. Ist die Ladung beendet, setzt der Saugroboter bei modernen Geräten seine Reinigung an der gleichen Stelle wieder fort. Staub und Schmutz wandern währenddessen in eine Kammer, klassische Staubbeutel gibt es nicht. Fast alle Modelle besitzen eine Timer-Funktion, sodass der elektrische Helfer zur individuell festgelegten Zeit ausfährt.

App-Steuerung?

Auch eine Steuerung per App gehört bei neuen Modellen zum Standard. Das ist eine feine Sache, denn so lässt sich das Gerät auch schon einmal auf der Heimfahrt starten. Wie orientiert sich das Gerät im Raum? Das klappt je nach Modell mit Sensoren oder Kameras, die unter anderem Hindernisse erkennen. Die Art und Weise, wie sich der Saugroboter den Raum erschließt, ist von der Ausrüstung des jeweiligen Gerätes abhängig. Oftmals lässt sich das Bewegungsmuster auf den ersten Blick nicht wirklich erahnen. Es gibt Geräte, die sich tatsächlich kreuz und quer durch den Raum bewegen.

Neuere Modelle arbeiten meist systematischer und damit auch stromsparender. So gibt es zum Beispiel Hersteller-Varianten, die sich eine Art Zimmerplan mit jeweils kleineren Flächen einteilen und diese nacheinander abarbeiten. Im Gegensatz zu den ersten, klobigen Saugrobotern in den 90er-Jahren, präsentiert sich die neue Generation durchaus klein und eher flach. Letztere punktet auch bei der Unterfahrung einzelner Möbel wie Tisch oder Sofa. Mit runden Formen meistern viele Modelle zudem Ecken im Raum.

Die Auswertung der Saugroboter

RX9 / X 3D Vision von AEG

Dank seiner flachen, dreieckigen Bauform ist der Saugroboter “RX9 | X 3D Vision“ von AEG auf den ersten Blick ungewöhnlich. Der Hersteller verspricht mit der sogenannten „TrinityShape“-Bauform, im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten mit viereckiger Ausführung, eine optimale Rand- und Eckensäuberung. Zur Reinigung selbst kommen eine weit auskragende Seitenbürste sowie eine sehr breite, waagrechte Teppichbürste zum Einsatz. Beides macht optisch einen effizienten Eindruck. Tatsächlich nimmt das Gerät im Test sehr gut Schmutz in Ecken und an den Rändern auf.

Zur Raumerfassung nutzt der Sauger eine 3D-Navigation, heißt: Mit einer Kamera sowie zwei Lasersensoren scannt der Saugroboter die Umgebung dreidimensional. Die Fahrt durch den Raum wirkt dabei auf den ersten Blick konfus, bei genauerem Hinsehen lässt sich jedoch ein Reinigungsmuster erkennen: Der Saugroboter teilt die Räume in einzelne Bereiche ein. Bei einem Wechsel von Parkett auf Teppichboden passt der „RX9“ automatisch seine Laufgeschwindigkeit sowie die Bürstenrotation an. Ich bin beeindruckt, wie sorgfältig der Saugroboter selbst Schmutz aus hochflorigen Teppichen saugt.

Der Reinigungsvorgang

Zur Akkulaufzeit: Diese beträgt bei voller Ladung 60 Minuten. Das scheint im Vergleich mit anderen Modellen weniger. Aber: Hier punktet das Gerät wiederrum mit einer sehr fixen Aufladezeit von 30 Minuten. Im Test fährt der „RX9“ bei schwacher Akkuleistung automatisch die Ladestation an, ist er wieder einsatzbereit setzt das Gerät an exakt derselben Stelle den Reinigungsvorgang fort. Für mich absolut okay, zumal bei unseren Räumen die Reinigung nach zirka 40 bis 50 Minuten sowieso abgeschlossen ist.

Der „RX9“ soll auch Kanten und Leisten bis zu einer Höhe von 22 Millimetern erkennen, sprich sie überwinden. Raumsituationen dieser Art gibt es bei mir nicht. Was mir auffiel: Immer mal wieder steckte der Saugroboter fest, etwa beim Übergang von glattem Boden zu Teppich. Nach zwei, drei neuen Fahrversuchen konnte sich der „RX9“ „befreien“ – nur einmal kam der Hinweis auf dieses Problem per App, dann musste ich selbst das Gerät neu platzieren. Mein Tipp: Kommen Sie dem Gerät einfach etwas entgegen, in meinem Fall habe ich diesen kleineren Läufer vor der Reinigungsfahrt weggeräumt. Die besten Reinigungsergebnisse erziele ich, wenn ich dem Saugroboter weniger Räume zuweise und beispielsweise die Tür zum Flur schließe.

Die Steuerung

Der Saugroboter lässt sich am Gerät selbst steuern oder sehr viel komfortabler über die intuitiv zu bedienende „RX9“-App. Neben der Fernsteuerung gibt es hier Menüpunkte, um Zeitpläne festzulegen oder punktuelle Reinigungsgänge vorzunehmen. Die App an sich ist sehr übersichtlich und befriedigt die grundlegenden Bedürfnisse auf jeden Fall. Im Gegensatz zu sehr detailreichen, ausgereiften Apps anderer Hersteller könnte hier in Zukunft gern noch mehr angeboten werden. Mit einem stattlichen Preis von knapp 1.300 Euro rangiert das AEG-Modell im Luxussegment der Angebote. In jedem Fall liefert der Hersteller mit der wirkungsvollen Ecken- und Randreinigung ein stichhaltiges Kaufkriterium, das die oftmals bemängelte, oberflächliche Reinigung durch Saugroboter klar hinter sich lässt. (fri)

HomBot Square von LG

Der Saugroboter von LG wirbt mit smarten Funktionen, die im Test überzeugten. Die Installation des Roboters wird über LG’s Smart Home App „Smart ThinQ“ auf dem Smartphone gesteuert. Der Koppelungsvorgang von Roboter und Handy erfolgt über WLAN und wird durch die App Schritt für Schritt erklärt. Da die Bedienung des Roboters mit der Anwendung selbsterklärend und kinderleicht war, wurde die mitgelieferte Fernbedienung gar nicht erst benutzt. Über die App kann der Reinigungsvorgang gestartet, jederzeit unterbrochen und ganz beendet werden. Vor jeder Reinigung erfolgt per Sprachausgabe der Hinweis, dass nach dem Staubsaugen der Behälter geleert werden soll. Ist die Akkuladung schwach, erfolgt ebenfalls ein akustischer Hinweis, und das Reinigen kann erst nach dem Aufladen erfolgen. Somit vermeidet man, dass der Roboter während dem Reinigen „liegen bleibt“.

Der Reinigungsvorgang

Nach dem Staubsaugen fährt der Roboter selbstständig auf die Ladestation zurück und gibt Auskunft über den Status des Geräts. Die unterschiedlichen Modi (Spiral-Modus, Zick-Zack-Modus, Cell-by-Cell-Modus) konnten keine erkennbaren Unterschiede beim Ergebnis liefern, der Turbomodus überzeugte dagegen umso mehr. Bei der Reinigung des Teppichs wird der Turbo automatisch aktiviert und hinterlässt ihn staubfrei und sauber. Dank seiner geringen Höhe saugte der HomBot auch zuverlässig unter dem Sofa. Mit den seitlich angebrachten Außenbürsten am quadratischen HomBot werden Ecken problemlos sauber. Hindernisse erkennt er gut und überwindet oder vermeidet sie: weder erhöhte Schwellen, noch hohe Treppenabsätze stellten ein Problem dar. Aus kniffligen Situationen konnte er sich immer selbst „befreien“.

Tolle Features

Positiv ins Auge fiel die „Lern-Funktion“: Gegenstände, mit denen es beim ersten Mal einen Kontakt gab, wurden beim nächsten Mal umfahren. Besonders überzeugte die Funktion, von unterwegs auf das Gerät zuzugreifen, um die Reinigung spontan zu starten. Oder man programmiert einen festen Zeitpunkt ein, zu dem der Roboter die Wohnung staubsaugt. Bei unbekanntem Besuch greift das Sicherheitsfeature „Home Guard“: erkennt der HomBot per Sensor Bewegungen in der Wohnung, hält er diese fest und sendet Fotos an das Smartphone des Besitzers.

Während der Reinigung kann man sich über die Kamera in die Sicht des Roboters einschalten und beobachten, wo er gerade putzt. Das Beste daran ist, dass man ihn per App selbst durch die Wohnung fahren kann. So macht das Staubsaugen richtig Spaß! Im Alltag überzeugten die smarten Features auf ganzer Linie, da sie einfach in der Bedienung und sinnvoll umgesetzt sind. Mit der Smart ThinQ App lassen sich übrigens auch weitere LG Geräte ins Smart Home einbinden. (cas)

Der Powerbot VR7000 von Samsung

Ein Staubsaugroboter sollte zwei Dinge können: Er sollte Saugen und das autonom. Ersteres beherrscht unser Testgerät von Samsung sehr gut. Egal ob Hartboden oder Teppich. An der Saug- und Reinigungsleistung kann nach dem Test nicht herum genörgelt werden.

Ausgepackt und aufgestellt ist der Samsung Powerbot sehr schnell. All das funktioniert völlig intutiv. Nach dem Aufstellen und Laden könnten Sie sogar schon loslegen, denn dem Gerät liegt eine klassische Fernbedienung bei, mit der Sie alle Dinge tun können, die auch mit der Smartphone-App möglich sind. Laut beiliegendem Handbuch sollte die „Samsung Connect“ heißen, sie heißt aber SmartThings (Samsung Connect). Gefunden, geladen, gestartet. Nun muss erst einmal eine Samsung-ID angelegt werden. Der Hersteller will sicher wissen, was mit seinen Robotern so alles passiert. Nach dem erfolgreichen Start zeigt sich die App aufgeräumt und clean.

Der Reinigungsvorgang

Auch dort findet sich der Saubroboter-Besitzer sofort zurecht und kann problemfrei starten. Zur Saugleistung haben wir uns ja bereits eingangs zu einem Kommentar geäußert. Im Gegensatz zum äußerst positiven Eindruck der Reinungsarbeit, hat die Roboterseite nicht so positiv angeschnitten. Sollte der Powerbot bei seinen Saugausflügen in der heimischen Wohnung auf Kabel treffen, wird er sie nicht verschreddern. Soviel sei gesagt. Der Sauger braucht zwar etwas länger, um seinen neuen Kabel-Freunden wieder den Rücken zu kehren, schafft es aber sicher. Sollte das Gerät auf niedrige Papierstapel treffen, ist es nicht mehr so freundlich. Der Powerbot zieht die Seiten fleißig ein. Sollte das der Fall sein, muss der Nutzer Hand anlegen. Kleine Holzklötze, wie sie Kinder gerne liegenlassen, sollten vor dem Reinungsausflug des Roboters auch entfernt werden.

Missgeschick

Von einem Missgeschick sei an dieser Stelle auch noch berichtet. Mitten in einem autonomen Sauglauf, hat sich der Bot vor die Heizung gestellt und seine Reinigungswalze abgeworfen. Erst eine schnelle Vor-Ort-Reparatur durch den Tester hat den Powerbot wieder in die Spur gebracht. Ob das ein Einzelfall war, können wir nicht sagen. Zumindest war, außer besagter Heizung, nichts zum Kollidieren in der Nähe. Wer Bereiche seiner Wohnung zur No-go-Area erklären möchte, muss sich für rund 70 Euro einen „Virtuel Guard“ anschaffen. Das Gerät sperrt Bereiche mit einem unsichtbaren Infrarotschirm ab. Der Powerbot durchfährt diesen Schirm nicht. Am Ende bleibt der gute Eindruck der Reinigungsleistung und die verbesserungswürdige Autonomie des Roboters. (cst)

Das Fazit

Preislich variieren unsere Kandidaten in dieser Ausgabe zwischen 649 und 1.300 Euro. Grundsätzlich kann ich sagen: Trotz sehr guter Ergebnisse sind die elektrischen Helfer nicht mit einem Saugvorgang per Hand vergleichbar. In Sachen Saugleistung steht das günstigste Modell dem teuersten in unserer Testreihe in nichts nach.

Jedes Gerät bringt Vor- und Nachteile mit. Völlig perfekt ist keiner. Oder noch nicht. Aber: Wer einen turbulenten Haushalt mit Kindern, Haustieren und Co. sein Eigen nennt, macht mit der akkubetriebenen Hilfe für den täglichen Reinigungsgang eine echte Punktlandung.

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