Video on demand | Netflix
Lästiges Rumgezappe war gestern. Heutzutage schaut man Video auf Abruf. Foto: Netflix

Ist Video on Demand die neue Art TV zu schauen? Wir haben uns Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome und Sky Ticket im Vergleich angeschaut und nicht nur ihr Angebot aus Film und Serien getestet.

Bei unserem Vergleich beziehungsweise Test konzentrierten wir uns ausschließlich auf Dienste, die ihr Angebot als Flatrate oder zumindest zum Teil als Flatrate offerieren. Dies schloss beispielsweise Dienste wie iTunes von Apple oder der Playstore von Google aus. Übrig blieben somit Netflix und Amazon Prime Video sowie Sky Ticket und Maxdome, dem Dienst des Medienunternehmens ProSiebenSat.1. Anmerkung: Sky Ticket testeten wir bereits mit der neuen Bedienoberfläche, die seit Juni 2018 nach und nach für alle Plattformen und Geräte aktualisiert wird.


Inhaltsverzeichnis

1. Zugang zum Internet und Streamingqualität
2. Welcher Dienst unterstützt welches Gerät
3. Abo, Preise und Spar-Tricks
4. Kündigung
5. Design, Navigation, Bedienung
6. Bewertungssysteme
7. Angebot Filme und Serien
8. Angebot Eigenproduktionen
9. Fazit: Video on Demand
10. Auswertung

Zugang zum Internet und Streamingqualität:

Für das Videostreaming ist eine entsprechende Verbindung zum Internet unabdinglich. Die jeweilige Bildqualität ist daher abhängig von der verfügbaren Breitbandverbindung. Selbstverständlich wünscht sich jeder, der Filme oder Serien streamen will eine bestmögliche Bildqualität. Ausgesprochene Enthusiasten kommen daher bislang am meisten bei Netflix (im Premium-Paket) und Amazon Prime Video auf ihre Kosten. Beide haben ihre Titel bereits in Ultra-HD mit 2160 Pixel in ihrem Portfolio. Für unbeschwertes Streamen braucht es dafür allerdings eine Download-Geschwindigkeit von mindestens 16 Mbit/s.

In aller Regel werden die Titel – auch bei Maxdome und Sky Ticket – jedoch noch in HD wiedergegeben. Einzig das günstigste Basis-Abo von Netflix bietet das Streamen von ausschließlich Standard Definition, was schade ist. Denn wer höhere Qualität haben möchte, ist dadurch automatisch gezwungen, das nächst teuerere Standard-Paket zu abonnieren. Dafür kann Netflix ebenso wie Amazon Prime Video und Maxdome mit einem guten Klang-Erlebnis punkten. Die passende Gerätschaft vorausgesetzt, bieten alle drei Dienste eine Soundqualität in Dolby Digital 5.1. Sky dagegen hat es auch nach nach dem Relaunch von Sky Ticket noch nicht geschafft, seinen Kunden einen Sourround-Mehrkanalton zu ermöglichen. Gestreamt wird daher weiterhin und ausschließlich in Stereo.

Welcher Dienst unterstützt welches Gerät:

Neben einem guten Zugang zum Internet benötigen Sie zum Streamen selbstverständlich auch eine oder mehrere passende Wiedergabeplattformen. Schließlich ist das Streamen über den Browser nicht immer besonders komfortabel. Die vier getesteten Anbieter (vor allem Maxdome) konnten in diesem Punkt jedoch allesamt mit einer großen Bandbreite überzeugen. Auf dem Smartphone oder Tablet heben sich Netflix und Maxdome von ihrer Konkurrenz etwas ab, weil sie neben Android- und iOS-Geräten auch Windows Phones bedienen. Wenn Sie auf einem Smart TV streamen wollen, machen Sie mit einem Gerät von Samsung oder LG bei keinem der Anbeiter etwas falsch. Allerdings glänzen auch hierbei sowohl Netflix als auch Maxdome mit einer etwas größen Vielfalt.

Wer keinen Smart TV hat, kann sein Gerät mit einem Streaming-Stick dennoch VoD-fähig machen. Netflix hat dabei, was die Kompatibilität mit einzelnen Anbietern angeht, ganz klar die Nase vorn. Schade: Amazon Prime Video scheint sich in diesem Fall klar auf den hauseigenen Fire TV Stick zu beschränken. Auch auf Spielekonsolen lässt sich streamen. Das ermöglichen alle Dienste auf der Playstation 3 und 4 sowie der Xbox One. Außer Sky Ticket funktionieren auch alle Dienste auf der Xbox 360. Netflix und Amazon Prime Video bedienen zudem die Nintendo Wii und Wii U.

Abo, Preise und Spar-Tricks:

Selbst, wenn man für die bessere Bildqualität etwas tiefer in die Tasche greifen muss, kann man bei Netflix preistechnisch definitiv nicht meckern – zumindest wenn man es richtig anstellt. Das Premium-Abo kostet derzeit rund 14 Euro pro Monat, was für sich allein auf den ersten Blick recht teuer erscheint. Dafür können mit diesem auch bis zu vier Personen gleichzeitig streamen, was dann pro Person nur noch 3,50 Euro ausmacht. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich alle Personen im selben Haushalt aufhalten – es lohnt sich also vor allem für Familien oder Wohngemeinschaften.

Tabelle: Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome und Sky Ticket im Vergleich.
Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome und Sky Ticket im Vergleich.

Auch Maxdome und Amazon Prime Video offerieren ihre Angebote mit knapp acht Euro im Monat zu einem durchaus fairen Preis und gestatten das Streamen auf zumindest zwei Geräten gleichzeitig. Das Angebot aus dem Hause Amazon wird sogar noch günstiger, wenn man es im Jahresabo für 69 Euro abschließt und bietet zudem jede Menge weiterer Prime-Vorteile. Nur Sky Ticket fällt in puncto Preis etwas aus dem Raster – und zwar etwas sehr! Knapp 25 Euro müssen Kunden für eine Kombination aus Entertainment- und Cinema-Ticket im Monat zahlen. Sind sie zudem Sport-interessiert und wollen sich das Supersport-Ticket dazubuchen, sind sie sogar bei happigen 55 Euro monatlich. Gestreamt werden kann außerdem nur auf einem Gerät. Einen kostenlosen Probemonat – wie bei der Konkurrenz – gibt es ebenfalls nicht. Wer sich vom Anbieter also überzeugen möchte, zahlt auch von Beginn an.

Kündigung:

Auch die Kündigung hat bei Sky Ticket ihre Tücken hat. Zwar heißt es offiziell „Monatsticket“, gemeint ist damit jedoch, dass die Mindestvertragslaufzeit sowohl anteilig den Buchungs- sowie dessen Folgemonat umfasst. Im schlechtesten Fall zahlt man also für bis zu acht Wochen. Immerhin lässt sich das Abo – wie auch das von Netflix und Amazon Prime Video – bequem mit nur wenigen Klicks in den Kontoeinstellungen kündigen, was Sky im Vergleich zu Maxdome beispielsweise doch noch positiv hervorhebt.

Die Kündigungsmodalitäten des deutschen Anbieters sind nämlich leider äußerst unkomfortabel. Bis spätestens 14 Tage vor Ende des laufenden Abomonats muss der Vertrag gekündigt werden – und zwar persönlich. Soll heißen entweder schriftlich per Post oder Mail, im Live-Chat oder über die Hotline. Das ist komplizierter, als es sein müsste und gilt übrigens auch schon beim Probemonat.

Design, Navigation, Bedienung:

In Sachen Design und Bedienung gibt es bei Netflix, Amazon Prime Video (in der App) und Maxdome nichts zu nörgeln. Es ist jedoch offensichtlich, dass sich Maxdome klar am Vorbild der beiden Platzhirsche orientiert. Zurecht wie wir finden, da sich die allgemeinen Nutzergewohnheiten selbstverständlich bereits dahingehend entwickelt haben. Das Design ist modern und zum Teil angenehm minimalistisch. Auf neueren Smart TVs spielt Netflix zudem automatische Vorschau-Bewegtbilder bei den jeweiligen Titeln, sodass der Nutzer auf den ersten Blick einen Eindruck vom jeweiligen Titel bekommt. Sehr schön!

Sowohl Netflix als auch Amazon Prime Video und Maxdome bieten auf der Startseite direkt einzelne Kategorien an, die sich am eigenen Geschmack beziehungsweise den Sehgewohnheiten orientieren. Auch wenn diese bei Netflix und Maxdome zum Teil etwas zu willkürlich beziehungsweise zu speziell erscheinen („Sommerliebe: Sonne am Himmel und im Herzen“) und sich noch dazu ständig ändern, kann man so tatsächlich das eine oder andere filmische Schätzchen entdecken.

Relaunch Sky: Design

Schade: Bei keinem Dienst gibt es eine offene Ansicht, in der alle Filme ungeordnet und ohne Kategorisierung abgebildet werden, was es schwierig macht, einfach mal ohne irgendwelche Vorgaben zu stöbern. Das ist beispielsweise bei Sky Ticket möglich, wobei man sagen muss, dass der Katalog auch etwas kleiner ist.

Grundsätzlich muss sich nach dem Relaunch auch Sky Ticket in Bezug auf seine Bedienoberfläche nicht mehr vor der Konkurrenz verstecken, denn die wirkt nun endlich etwas aufgeräumter und ist zudem überraschend intuitiv. Ebenfalls positiv: Was man bereits von Netflix Amazon Prime Video und Maxdome als Standard gewohnt war, ist nun endlich auch bei Sky Ticket möglich und zwar das automatische „Weiterspringen“ von einer Serienfolge zur nächsten. Auch die Suche nach Serien verläuft nun komfortabler. Alles in allem hat sich der Relaunch also wirklich gelohnt. Übrigens: Was allen Anbietern positiv gemein ist, ist ein eigenständiger Kids-Bereich, in dem eigens für Kinder ausgewählte Filme und Serien angezeigt werden.

Bewertungssysteme:

Auch Bewertungssysteme sind bei allen drei Anbietern Standard. Amazon Prime Video ermöglicht besonders komfortabel eine aktive Suche ähnlicher Titel. Dies geschieht mithilfe von umfangreichen Empfehlungssystemen und Kundenrezensionen – ganz so wie man sie vom Online-Versandhändler bereits kennt. Des Weiteren legen Netflix und Amazon Prime Video einen klaren Fokus auf ihre jeweiligen Eigenproduktionen, die als eigenständige Kategorie angegeben sind.

Angebot Filme und Serien:

Worauf es bei einem Anbieter für Video on Demand ankommt, ist selbstverständlich eine reiche Auswahl an Filmen und Serien. Betrachtet man die reine Quantität, so hätten Amazon Prime Video und Maxdome klar gewonnen. Dies ist jedoch allein der Tatsache geschuldet, dass sie neben ihrem Flatrate-Katalog zusätzlich noch die Option des Kaufs und Leihens anbieten. Damit können Lücken (vor allem aktuelle Blockbuster) gegen einen gewissen Obolus geschlossen werden, die bei Netflix beispielsweise offen bleiben.

Als reiner Flatrate-Anbieter hat der Dienst mit den roten Lettern weitaus weniger Titel im Katalog und muss vor allem in puncto Film-Angebot zurückstecken. Allerdings scheinen es ohnehin nicht Cineasten und Blockbuster-Fans zu sein, die Netflix als seine Hauptzielgruppe sieht, sondern eher Freunde der qualitativ hochwertigen Serienkultur. Das zeigt sich vor allem in der Vielzahl von exklusiven Eigenproduktionen, den sogenannten „Originals“. Unter diesem Namen produziert der Dienst seit Jahren schon originelle Serien („House of Cards“), aber auch Filme („Bright“) oder Neuauflagen alter beliebter Serien („Gilmore Girls“).

Angebot Eigenproduktionen:

Mit den „Originals“ hat Netflix mittlerweile einen wahren Trend ausgelöst, denn auch die Konkurrenz zieht allmählich nach. Allen voran Amazon Prime Video hat mit Eigenproduktionen wie „The Man in the High Castle“ oder „You Are Wanted“ bereits einige Hits aus dem eigenen Hause. Und auch Sky Ticket („Babylon Berlin“) und selbst Maxdome mit seiner bislang einzigen Eigenproduktion „jerks“ wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Letzerer Anbieter besticht zudem mit exklusivem Content und TV-Produktionen von ProSieben und Sat.1 wie etwa „Danni Lowinski“, was ihm ein gewisses Alleinstellungsmerkmal unter den VoD-Anbietern verschafft.

Wer dagegen immer auf dem aktuellsten Stand sein will, was Filme und Serien angeht, kommt um Sky Ticket nicht herum. Durch den Erwerb kurzzeitiger Lizenzen schafft es der Dienst sein Angebot zwar limitiert, dafür aber auch äußerst exklusiv und aktuell zu halten. So sehen Kunden aktuelle Filme bereits weitaus früher als bei anderen VoD-Anbietern oder im Free-TV. Dasselbe gilt für neue Staffeln von Serien wie beispielsweise Publikumsliebling „Game of Thrones“. Dessen Folgen der aktuellen 7. Staffel wurde im vergangenen Jahr parallel zum US-Start wöchentlich veröffentlicht. Die Serie ist bei Amazon Prime Video und Maxdome mittlerweile zwar ebenfalls verfügbar, allerdings nur zum Kauf.

Fazit: Video on Demand

Alle vier Anbieter warten mit absolut soliden Diensten auf. Der größte Unterschied ergibt sich tatsächlich aus den jeweiligen Nutzeransprüchen – einen eindeutigen Testsieger zu krönen fällt daher schwer. Netflix eignet sich am besten für passionierte Serien-Gucker, die aber Wert auf gute Qualität legen. Amazon Prime Video dagegen bietet ein qualitativ hochwertiges und vielseitiges Angebot in der Flatrate, dessen Lücken einfach durch zusätzliche Käufe/Ausleihen gefüllt werden können. Auch Maxdome punktet mit einer Flatrate-Mediathek sowie einem Einzelabruf-Angebot. Die wahre Stärke des deutschen Dienstes steckt jedoch in den exklusiven TV-Inhalten aus dem Hause ProSiebenSat.1, die vor allem die Herzen von Fans deutscher TV-Kultur höherschlagen lassen.

Wer dagegen auf ein durch und durch aktuelles Angebot Wert legt und Blockbuster sowie neue Serien noch vor allen anderen sehen möchte, ist bei Sky Ticket an der richtigen Adresse. Der Preis ist zwar ganz schön happig, dafür macht dem Pay-TV-Sender in Bezug auf Aktualität und Exklusivität kein anderer Anbieter etwas vor. Unser Tipp: Mit einer Kombination aus zwei Diensten, bleiben Sie preislich immer noch im Rahmen und haben gleichzeitig ein so große Angebot, dass Sie abends garantiert nie mehr zappen müssen. Und wem das Angebot im einen Monat missfällt, hat immer noch die Chance zu kündigen und ein paar Monate später ein neues Abo abzuschließen.


Auswertung:

Netflix

Der US-amerikanische Anbieter Netflix ist bereits seit 2007 auf dem Markt für Video on Demand vertreten und heute mit weltweit 130 Millionen Abonnenten (Stand Juni 2018) eine feste Größe. Als reiner Flatrate-Anbieter fällt der Angebotskatalog des Dienstes (in Deutschland) im Vergleich zur Konkurrenz etwas schmaler aus – zumindest in Bezug auf aktuelle Blockbuster und beliebte Serienhits. Das scheint aber auch nicht der Anspruch des Anbieters zu sein, der seine Abonnenten vor allem mit seinen ausgezeichneten Eigenproduktionen („Originals“) lockt. Allein für diese lohnt sich unserer Meinung nach ein Abo bereits. Dieses ist auch nicht überteuert, vor allem nicht, wenn man in einem großen Haushalt wohnt und sich die Kosten für das Premium-Abo durch vier teilen kann. Im Test verglichen wir die Trefferquote von 30 aktuell und langzeitbeliebten Serien (unter ihnen selbstverständlich auch einige „Netflix Originals“).

Auch wenn Fans aktueller Hits wie „Game of Thrones“ oder „Homeland“ im Katalog nicht fündig werden, so hatte Netflix mit 66,6 Prozent dennoch die beste Trefferquote von allen getesteten Anbietern. Daher erhält es von uns trotz kleiner Lücken die volle Punktzahl für sein Serienangebot. Auch das Design und die Bedienung gefielen uns ausgesprochen gut, wenn auch die Kategorienbildung von Zeit zu Zeit etwas sehr fantasievoll und speziell erscheint. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, eigene und individuelle Profile anzulegen, was bei mehreren Nutzern praktisch ist. Das einzige etwas Störende war, dass leider keine Meldung erfolgt, wenn ein Titel bald aus dem Katalog verschwindet. Das ist vor allem dann schade, wenn man ihn bereits in seinen Favoriten hatte und er dann einfach weg ist. Die Qualität von Bild und Ton ist dagegen tadellos.

+

– einfache, intuitive Bedienung
– viele Serien
– sehr viele hochwertige Eigenproduktionen
– Premium-Abo für 4 Personen sehr günstig (~ 3,50 € / Monat)
– Bild und Ton in sehr guter Qualität
– vielseitige Geräteunterstützung

– Kategorien wirken teilweise etwas willkürlich
– nur wenige aktuelle Film- und Serien-Hits (bis auf Eigenproduktionen)
– Keine Einzelkäufe / Ausleihe möglich
– Keine Ankündigung, wenn Filme / Serien bald aus dem Angebot verschwinden

 

Amazon Prime Video

Wer auf der Suche nach einem Rund-um-Sorglos-Paket ist, für den ist Amazon Prime Video die richtige Anlaufstelle. Von allen Flatrate-Anbietern kann der Dienst mit dem größten und auch qualitativ hochwertigsten Katalog aufwarten. Unter den Filmen befinden sich auch immer mal wieder aktuelle Blockbuster. Zudem hat der Anbieter mittlerweile auch einige hochwertige Serien aus Eigenproduktion in der Mediathek. Beim Test hatte er 14 der 30 von uns gesuchten Serien (46,6 Prozent) im Flatrate-Katalog. Anders sieht es aus, wenn man das Angebot zum Einzelkauf noch hinzu rechnet. Mit diesem erreicht der Dienst nämlich eine Trefferquote von sogar 26 Übereinstimmungen (86,6 Prozent). In Kombination ergänzen sich das Flatrate- und das Einzelkaufsmodell also hervorragend.

Im Vergleich ist das Flatrate-Angebot von Amazon Prime Video für Einzelkunden am günstigsten – vor allem wenn man es im Jahresabo abschließt. Als Prime-Kunde genießen Sie zudem viele weitere Vorteile wie beispielsweise Prime Music, mit welchem mehr als 2 Millionen Songs und die Bundesliga audiogestreamt werden können. Für weitere knapp 8 Euro im Monat können Sie sogar den vollen zugriff auf Amazon Prime Music mit mehr als 50 Millionen Titeln erlangen. Man bekommt also einiges für sein Geld geboten. Noch dazu ist die Streamingqualität einwandfrei, wenn auch die Geräteunterstützung einen Hauch vielfältiger sein könnte. Und auch das Design sowie die Bedienung gefallen uns ausgesprochen gut – zumindest in der App. Denn so vorbildlich diese auch ist, so gewöhnungsbedürftig ist der Auftritt im Browser. Zwar ist es angenehm, dass man für den Zugang aller Amazon-Inhalte nur einen Account braucht, doch leider ist genau das auch die Schwachstelle. Die Suche nach bestimmten Titeln erfolgt nämlich wie von Amazon gewohnt im Shop, was bedeutet, dass man erst mal die richtigen Filter einfügen muss.

+

– Einzelabruf / Ausleihe möglich
– auch in Flatrate umfangreiches Angebot aus Filmen und Serien
– Hochwertige Eigenproduktionen
– bei Jahresabo günstigster Anbieter (5,75 € / Monat)
– viele weitere Prime-Vorteile
– Bild und Ton in sehr guter Qualität
– zusätzlich buchbare Amazon-Channels
(z.B. Eurosport [Bundesliga], Terra X, Circus, usw.)

– vergleichsweise kleinere Geräteunterstützung
– etwas unübersichtliche / umständliche Navigation im Browser
– manchmal etwas längere Ladezeiten

 

Maxdome

Maxdome ist die deutsche Antwort auf VoD-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video. Mit mehr als einer Million Nutzer braucht sich der Dienst des Medienunternehmens ProSiebenSat.1 auch defintiv nicht hinter den globalen Branchenriesen zu verstecken. Im Übrigen auch nicht in Bezug auf sein Angebot, denn Maxdome bietet nach eigener Aussage mehr als 50.000 Titel in seiner Mediathek. Dies schließt jedoch sowohl das Flatrate-Angebot wie auch die Titel zum Einzelkauf/Ausleihen mit ein. Denn wie Amazon Prime Video offeriert Maxdome beide Modelle, was eine perfekte Möglichkeit schafft, um Lücken zu füllen. In der Flatrate sieht das Angebot jedoch bereits etwas mauer aus – aber dennoch solide. Vor allem was das Angebot von Filmen angeht. Internationale Serien sind in der Flatrate dagegen nicht prominent vorhanden. Im Test konnten wir nur sechs von 30 Serien in der Mediathek entdecken. Dafür gab es im Einzelkauf eine Übereinstimmungsquote von 83,3 Prozent (25 Titel). Einige Serien wie „Grey‘s Anatomy“ oder „The 100“ gab es jedoch sogar exklusiv in der Flatrate sowie einigen TV-Content der Sender ProSieben und Sat.1. Leider bietet Maxdome mit „jerks“ bislang nur eine einzige Eigenproduktion.

Sowohl Design als auch Bedienung orientieren sich an denen von Netflix sowie Amazon Prime Video und sind mit einigen Abstrichen sehr ansprechend beziehungsweise komfortabel und intuitiv gestaltet. Schön: Ein eigenes Redaktionsteam aus sogenannten „maxperten“ unterstützt mit Bewertungen und Empfehlungen die Suche nach Titeln. Was uns dagegen gar nicht gefällt, ist die unnötig komplizierte Handhabung mit der Kündigung. Das geht auch anders.

+

– Einzelkauf / Ausleihe möglich
– exklusive TV-Produktionen aus dem Hause ProSieben, Sat.1
– großes und breites Film-Angebot (vor allem Klassiker)
– vielseitige Geräteunterstützung
– eigenes Redaktionsteam („maxperten“)

– mit „jerks“ bislang nur eine Eigenproduktion
– Kündigung äußerst umständlich
– aktuelle Filme und Serien hauptsächlich nur als Kauf / Ausleihe möglich
– Keine Untertitel

Sky Ticket

Sky Ticket verfolgt im Vergleich zu den anderen VoD-Anbietern einen etwas anderen Ansatz. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Quantität, sondern ganz klar auf Aktualität und Exklusivität. In einem steten Fluss erscheinen regelmäßig neue Filme – in der Regel frisch aus dem Kino und zumindest sehr viel früher als bei der Konkurrenz. Die Exklusivität hat jedoch auch einen Haken: Die Titel verschwinden relativ schnell wieder aus der Mediathek. Zudem verlangt Sky auch ein stattliches Sümmchen für die Kombination aus Film- und Serien-Ticket. Da das Angebot zudem vergleichsweise sehr viel kleiner ist, kam es auch nur zu gerade mal zehn von 30 Serien-Übereinstimmungen (33,3 Prozent) in unserem Test. Lücken lassen sich des Weiteren auch nicht durch die Möglichkeit von Einzelkäufen schließen oder eben nur in Kombination mit anderen Anbietern. Dennoch: Für Fans von aktuellen Filmen und Serien ist Sky Ticket definitiv eine Überlegung wert, zumal sich mit dem derzeitigen Relaunch auch die Bedienoberfläche und das Design sehr zum Positiven geändert haben.

Einige Mängelpunkte kann dies jedoch nicht verschleiern: Noch immer gibt es keinen Offline-Modus (alle anderen Dienste haben diesen), was den Datenverbrauch beim Streamen von unterwegs doch ein wenig nach oben schnellen lässt. Auch gibt es keine kostenlose Testversion und das komplizierte Abomodell beziehungsweise die unsichere Mindestvertragslaufzeit lassen ebenfalls etwas zu wünschen übrig. Das Streamen funktioniert nicht auf mehreren Geräten gleichzeitig und die Bild- sowie Ton-Qualität könnten bei dem Preis ebenfalls mehr hergeben. Unser Tipp: Sollten Sie Sky Ticket regelmäßig nutzen, dann halten Sie Ausschau nach guten Paket-Angeboten und kündigen Sie diese auch wieder frühzeitig. Selbst nach Ende der Vertragslaufzeit, lassen sich häufig tolle Tarife aushandeln (teilweise sogar monatlich kündbar und mit dem Sport-Paket inklusive), sodass Sie am Ende sogar weniger zahlen, als mit dem Ticket.

+

– limitiertes, dafür sehr aktuelles und exklusives Angebot von Filmen und Serienstaffeln
(z.B. Game of Thrones, Westworld, The Walking Dead)
– Regelmäßiger Austausch des Angebots
– Supersport-Ticket für Sport-Fans
– seit Relaunch sehr viel modernere, komfortablere, intuitivere Bedienoberfläche

– keine kostenlose Version
– komplexes Abomodell
– sehr teuer (Entertainment- und Cinema-Ticket zusammen für 25 € / Monat)
– kein Streaming auf mehreren Geräten gleichzeitig
– fehlender Offline-Modus
– vergleichsweise kleine Geräteunterstützung
– verbesserungswürdige Bild- und Ton-Qualität


 

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