ALL-IN-ONE-LÖSUNG?

Nur weil Komponenten smart sind, müssen sie noch lange nicht miteinander arbeiten. Deshalb ist die Konnektivität wichtig.

Titelbild: Bosch Smart Home

Der Turmbau von Babel hatte eigentlich gute Voraussetzungen. Ausreichend Material war vorrätig, die Fachkräfte vor Ort. Das Problem war nur: die Kommunikation. Jeder sprach eine andere Sprache. Niemand verstand den anderen. Wer sich sein Smart-Home einrichtet und munter Geräte von verschiedenen Herstellern kauft, könnte vor dem gleichen Problem stehen. Versteht der Lautsprecher von Sonos oder die smarten Lampen von Philips Hue die Befehle der Smart-Home-Zentrale? Deshalb ist Konnektivität und Komptabilität so wichtig. Das ist die Fähigkeit, sich mit anderen Systemen oder Komponenten zu verbinden. 

Door Bird Control Panel

Verbindet sich

Die smarten Video Türsprechanlagen DoorBird sind mit immer mehr Systemen kompatibel. Etwa mit dem Linus Smart Lock oder mit dem Linus-Smart-Lock von Yale.

Dolmetscher

Es ist unwahrscheinlich, dass Sie bei einer Firma alle Produkte finden, die sie brauchen. Das wissen auch die Hersteller und arbeiten daran, dass Fremdprodukte mit ihren Geräten kommunizieren können. Damit das funktioniert, übersetzt die zentrale Steuerungseinheit, das Gateway, die Befehle in eine für alle verständliche „Sprache“. Stellen wir diese doch einmal vor. Wer neu baut oder renoviert, der wird auf den Begriff „KNX“ stoßen. Das bezeichnet einen Standard, der Daten via Leitungen überträgt. Wegen der nötigen Verkabelung wird KNX ausschließlich in Neubauten oder bei Altbausanierungen eingesetzt und ist deshalb deutlich teurer als ein Funksystem. KNX-fähige Geräte können dafür herstellerunabhängig über den Standard miteinander kommunizieren. Smart-Home-Nachrüster und -Einsteiger werden vor allem Geräte wählen, die per Funk Daten übertragen. Die wichtigsten Funkstandards sind:

Bluetooth ist ein Funkstandard zur Datenübertragung zwischen zwei Geräten (Punkt-zu-Punkt-Verbindung) über eine kurze Distanz. Fürs Smart-Home eher ungeeignet, dennoch bietet er einige Vorteile: Nahezu jedes Gerät ist bluetoothfähig, die Technologie ist stromsparend und verfügt über eine ausreichende Bandbreite. 

EnOcean ist ein herstellerübergreifender, internationaler Funkstandard. Die Sensoren und Schalter des Standards beziehen die benötigte Energie aus der Umgebung („energy harvesting“), brauchen deshalb in der Regel keine Batterien und haben dadurch einen niedrigen Energieverbrauch.

Z-Wave ist ein drahtloser Funkstandard, der als Mesh-Netzwerk agiert und über die Funkfrequenzen zwischen 850 und 950 kommuniziert. Sowohl batteriebetriebene, als auch kabelgebundene Geräte lassen sich damit steuern. Z-Wave kompatible Marken sind beispielsweise Abus, Bosch, LG, Somfy, Yale.

Zigbee ist ebenfalls ein drahtloser Funkstandard, der als Mesh-Netzwerk agiert. Der Standard gilt als stromsparend und arbeitet mit kleinen Datenpaketen. Das Funksignal wird in den Frequenzbereichen mit 868 und 915 MHz sowie 2,4 GHz übertragen

Fazit

Oft listen die Hersteller recht übersichtlich auf, mit welchen Funkstandards sie funktionieren. Häufig haben Sie bereits in ihren Apps einen Bereich, in dem sie die Marken und Produkte nennen, mit denen sie kompatibel sind. Wichtig vor dem Kauf ist deshalb zu prüfen, ob alles zusammenpasst. Überlegen Sie, ob Ihnen wichtig ist, alles über eine einzige App zu steuern. Wenn Sie auf diese Tipps achten, können Sie (fast) beliebig viele Geräte anbinden. Oder anders gesagt den Turm so hoch bauen, wie sie möchten.

Geschrieben von Monika Läufle am 17.06.2021

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