Huf Haus und IBM – Smart Home mit künstlicher Intelligenz
Foto: Huf Haus

Die nächste Generation des Smart Home setzt auf selbstlernende, künstliche Intelligenz und das Internet of Things. Das Haus Ausblick von Huf Haus und IBM vereint diese smarte Technik.

Fotos: Huf Haus

Smart-Home-Systeme erobern sich langsam aber sicher die Haushalte, allen voran mit jenen Komponenten, die mehr Komfort versprechen und den Alltag bequemer machen. Dabei halten vor allem zuerst in der Geschäftswelt erprobte Ideen Einzug in die Privathaushalte – wie beispielsweise eine automatische Verschattung. Es wundert daher nicht, dass sich das innovationsorientierte Familienunternehmen Huf Haus – mittlerweile in der vierten Generation geführt – sich für den nächsten Technikcoup das eigene neue Bürogebäude und Musterhaus „Ausblick“ als Testobjekt ausgesucht hat. Dort werden die Mitarbeiter nun täglich testen, erleben und weiterentwickeln, was aus der produktiven Kooperation mit IBM hervorgegangen ist: die nächste Generation der Hausautomation.

Pepper von IBM
Foto: IBM

Internet-of-Things-Plattform „Watson Assistant“

„Wir haben uns die Frage gestellt, wie Leben und Arbeiten in der Zukunft aussehen könnten. Dazu braucht es visionäre Architekturideen und innovative Techniken, die es so auf dem Markt noch nicht gibt“, erzählt Geschäftsführer Georg Huf. Das weltweit erste Haus mit selbstlernenden Fähigkeiten analysiert das Verhalten seiner Bewohner über die IBM Watson Internet-of-Things-Plattform „Watson Assistant“ und passt sich entsprechend an – und das individuell für jeden Benutzer. Das beginnt schon an der Haustür.

Selbstlernendes Haus mit KNX-Technik

Ein Sensor erkennt die Gesichter der Ankömmlinge, scannt und speichert spezifische Merkmale zur Wiedererkennung und legt ein persönliches Profil an. Ab jetzt wird das schlaue Haus immer registrieren, wer es besucht und alle dessen Verhaltensweisen im Haus analysieren und Muster erkennen. Hat ein Mitarbeiter einen bevorzugten Temperaturwert seines Arbeitslichtes und schaltet sich zu Arbeitsbeginn gerne das Radio an, wird er das bald nicht mehr selbst tun müssen: Das Haus erkennt das Muster und wird, wenn dieser Mitarbeiter durch den Scan an der Tür erkannt wird, Licht und Musik für ihn entsprechend einstellen.

Ändern sich Vorlieben, lernt der Assistant auch dort mit. Selbstverständlich können diese „If This Then That“-Regeln auch zurückgesetzt werden. Das System ist auf die bei Huf übliche KNX-Technik aufgebaut, die (auch von unterwegs) mittels Bussystem von Gira gesteuert wird.

Sprachsteuerung

Huf und IBM setzten sich für die Entwicklung das Ziel, dass Jedermann, egal wie technikaffin, die gebotenen Möglichkeiten leicht verstehen und ohne Probleme oder Vorwissen nutzen kann. Im Gegensatz zu Siri, Alexa oder Star Treks Enterprise bedarf es keiner Ansprache mehr. „Alexa, mach das Licht aus“ und ähnliche Kommando-Sätze mit Codewort vorne weg braucht es nicht. Bei der Musterhauseröffnung demonstrierte Sébastien Chaumiole von IBM wie das intelligente System korrekt auf den Satz „Ich brauche etwas frische Luft“ reagiert und die Schiebetüren zur Terrasse öffnet. Intuitiver geht nicht.

Assistenzroboter Pepper

Der kindergroße Hilfsroboter Pepper, der als Schnittstelle und Ansprechpartner fungiert, bietet dazu schon Einblicke, wie selbständiges Wohnen im Alter mit persönlichem Assistenzroboter aussehen kann. Apropos Alexa und Siri: Alle Daten werden anonymisiert in der IBM EU Cloud mit Rechenzentrum in Frankfurt gespeichert, womit sich das System in Sachen Datenschutz und –verarbeitung deutlich von den internationalen Kollegen abhebt.

Smarte, neue Technik: der Huf Konnektor

Bei aller smarter Technik darf eine weitere Entwicklung und Weltneuheit nicht unterschlagen werden: Sechs Jahre forschten Karl Eckert, technischer Abteilungsleiter bei Huf Haus, und sein Team in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr in München gemeinsam an einer Möglichkeit, an neuer Technik im Huf-typischen Glas: „Sechs Jahre Entwicklungsarbeit und viele Klein- sowie Großbauteilversuche liegen nun hinter uns. [Wir haben] mit diesem mechanischen Konnektor ein einzigartiges Produkt entwickelt, das im Gegensatz zu bisher im Markt genutzten Klebeverbindungen keine Veränderungen der Festigkeit durch Alterung zulässt“, erklärt Eckert.

Der im Haus „Ausblick“ verbaute Konnektor ist eine rein mechanisch ohne Klebstoffe aussteifende Glasfläche, die Stoßimpulse noch effektiver ableitet. Da die patentierte Technik dahinter dem Auge verborgen bleibt, machen im Glas verbaute Dehnungsmesstreifen an einer Scheibe die Wirkung mittels Visualisierung am Bildschirm sichtbar.

Der Konnektor ermöglicht außerdem einen Kernaspekt der beeindruckenden Architektur: Das Haus „Ausblick“ zeichnet sich durch sein ungewöhnliches und filigran anmutendes Schmetterlingsdach und die völlige Transparenz aus: dank des Konnektors kann auf aussteifende Wände oder Stahlrahmen verzichtet werden, das Glasfachwerk wird auf die Spitze getrieben. Besucher sind herzlich willkommen, sich dieses einzigartige Gesamtkonzept live in Hartenfels anzuschauen.

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