Spanisch lernen mit Gymglish

Wir haben einen Sprachkurs der Firma Gymglish getestet. Einen Monat lang habe ich mit Hilfe des Programms der Firma versucht, meine Spanischkenntnisse aufzubessern. Meinen ersten Spanischunterricht hatte ich in der elften Klasse. Damals begann es mir richtig Spaß zu machen und ich war fast schon etwas traurig, als irgendwann das Abitur kam und es mit dem Spanischunterricht vorbei war. Im Studium habe ich mich dann mit einer Engländerin angefreundet, die inzwischen mit ihrer kleinen Familie in Spanien lebt. Die habe ich bisher zweimal besucht und mich immer gefreut, wenn ich meine immer schlechter werdenden Kenntnisse der Sprache anwenden konnte. Seitdem habe ich mir vorgenommen, mein Spanisch aufzubessern. Allerdings kamen mir der Alltag, die Gemütlichkeit und die Faulheit in die Quere. Eine kostenfreie App eines anderen Herstellers habe ich dennoch bereits ausprobiert. Die Lektionen waren mir jedoch zu einfach, weshalb ich auch das wieder aufgehört habe. Nun durfte ich also Gymglish austesten.

Geht auch per App

Wer nicht wie ich jeden Tag am Rechner sitzt kann die Lektionen von Gymglish auch via App meistern.

Schmunzeln mit Geschichten

Das Lernen funktioniert bei Gymglish nicht mit Tabellen sondern mit oft lustigen Geschichten.

Loslegen

Die Anmeldung klappte schnell und unkompliziert. Eine Schwierigkeitsstufe einstellen musste ich nicht. Das übernahm die Software für mich. Allerdings habe ich es nicht geschafft meinen Kurs auf Deutsch/Spanisch zu stellen und bin bei Englisch/Spanisch gelandet. Das war kein Problem: Mein Englisch ist gut genug, als dass ich damit auch Spanisch lernen könnte. So wurde Englisch meine Referenzsprache. Gymglish bietet seine Kurse mit allen angebotenen Sprachen als Referenzsprache an. Da ich sowieso an Arbeitstagen immer am Computer sitze, stellte ich meine Lektionen so ein, dass ich an vier von fünf Werktagen eine entsprechende Mail bekam. Öfter lernen geht auf Grund meines Tarifes nicht. Bei anderen Kursen zu anderen Sprachen funktioniert das aber. Ich startete meine erste Lektion und mir wurde wieder bewusst: Meine Spanischkenntnisse waren einmal besser. Trotzdem konnte ich die Lektion „Adios Betty“ gut meistern. 78 Prozent richtig. Eigentlich hatte ich erwartet, direkt durchzufallen. Jetzt war ich motiviert.

Alles im Blick

Ich wusste bei meinem Versuch immer genau über meinen Lernfortschritt Bescheid.

Jede Lektion dauert ungefähr zehn Minuten und macht Spaß. Ich frischte mein Spanisch anhand einer kleinen Geschichte auf, die mal mit animierten Filmchen, mal mit Comics und mal mit einfachen Bildern erzählt wird. Die Hauptperson der Geschichte ist Ana, die ein Hotel von ihrer Tante Betty vererbt bekommt. Das Hotel Borbollón. Sie möchte das Gasthaus verkaufen, allerdings hat das Personal etwas dagegen und schmiedet einen Plan, um Ana zu überzeugen, doch nicht zu verkaufen. Dabei gibt es allerhand amüsierende Details und Kuriositäten. Beispielsweise trägt Rezeptionskraft Magda eine Augenklappe, sobald das Personal dabei ist, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Durch derartige nette Details in der Geschichte fiel es mir dann doch leichter, die grammatikalischen Phänomene zu wiederholen. Eine junge Frau mit Augenklappe ist schließlich weit interessanter als Tabellen und Listen. 

Vokabeln machten mir im Kurs keine Schwierigkeiten. Im Spanischunterricht in der Schule nannte mich meine Lehrerin el dictionario – das Wörterbuch. Ein bisschen was von meinem alten Ruf scheine ich wohl behalten zu haben. Ab und an gab es trotzdem Wörter, deren Bedeutung ich nicht kannte. Oft konnte ich sie mir einfach aus dem Kontext erschließen. Da ich immer morgens meine Lektionen machte, passierten mir schusselige Leichtsinnsfehler. Ich bin einfach in der Frühe noch nicht so fit. Allerdings ließ ich mich davon nicht entmutigen. Schließlich wollte ich wissen, wie es mit dem Hotel weitergeht. Verlieren die Angestellten ihren Job? Oder schaffen sie es Ana zu überzeugen, das Hotel doch nicht zu verkaufen? 

Am Ende einer jeden Lektion gibt es einen sehr kurzen, sehr kleinen Ausschnitt aus der spanischsprachigen Popkultur, meistens ein kleines Musikvideo oder ein Teil eines Filmes. Ich freute mich, wenn ich den Musikern oder Schauspielern folgen konnte. 

Verschiedene Dialekte

Ich konnte immer hören, wie ein Wort, ausgesprochen von Spaniern, Argentiniern und Mexikanern klingt.

Wenn eine Lektion vorbei ist, bekam ich eine Korrektur, bei der mir genau erklärt wurde, welche Fehler ich gemacht hatte und was die richtige Lösung ist. Manchmal ärgerte ich mich über dusselige Leichtsinnigkeit und überflog die Korrektur nur. Nachdem ich bereits einige Lektionen hinter mir hatte, fiel mir auf: die Software scheint es nicht zu mögen, wenn ein Nutzer rät. Wenn ich etwas falsch rate, ist es in der Korrektur als falsch markiert. Wenn ich aber sage, dass ich etwas nicht weiß, ist es orange und es steht ein Satz wie: „Ist nicht schlimm“ daneben. Deshalb bin ich dazu übergegangen, direkt zu sagen, wenn ich etwas nicht weiß. In den Klassenarbeiten als Schüler und auch bei so manchen Klausuren an der Universität war das anders. Durch das Raten habe ich mir schon den ein oder anderen Extra-Punkt ergattert. Gerne hätte ich früher verstanden, dass Raten nicht so gut zu sein scheint und direkt „No lo se“ – das weiß ich nicht – angekreuzt. Die Themen, die ich nicht so gut beherrsche werden “häppchenweise” wiederholt, bis ich sie beherrsche. Nach sieben Lektionen ordnete die Software meine Sprachfähigkeiten in der klassischen Skala von A bis C ein. Ich bin irgendwo zwischen A1 und A2, beherrsche also die Grundlagen. 

Homeschooling

Damit das Lernen zuhause gelingt braucht es neben der App auch genug Disziplin.

Meine Erfahrungen

Anmelden mit Benutzername und Passwort gibt es bei der Software nicht. Ich klicke einfach auf einen Link in meinem Mailpostfach und lande sofort bei der Lektion für den heutigen Tag. Registrieren muss ich mich zu Beginn natürlich trotzdem. Schließlich braucht die Firma ja einen Vertragspartner. Mir fiel auf, dass die Software bei jeder Lektion versucht, alle meine Sinne anzusprechen. Es gibt kleine animierte Filme, Hörbeispiele in verschiedenen Dialekten, Bilder oder einfach nur Text. Ich habe gelesen, dass sich das Gehirn durch eine Mischung der Sinneseindrücke Dinge am besten merkt, weshalb mir diese Eigenheit positiv auffällt. Positiv ist außerdem, dass ich mich „an die Hand genommen“ fühle. An vielen Stellen wird erklärt, wo noch Wiederholungsbedarf besteht, oder ich kann ankreuzen, wenn ich ein Thema bereits beherrsche. Außerdem kann ich Urlaube einstellen und die Tage anpassen, an denen ich lernen möchte. Das passt mir gut in den Kram, weil ich Feiertage eher ungern am Computer verbringen möchte. Eine weitere Möglichkeit ist, die Länge der Lektionen anzupassen. Das kann nützlich sein, wenn beispielsweise stressige Wochen auf dem Terminkalender stehen und ich nicht ganz so viel Zeit habe, die Sprache zu lernen. 

Kosten
Der Spanischkurs  kostet zwischen 21 Euro und 42 Euro im Monat. Je nachdem, für welchen Tarif sich eine Nutzerin oder ein Nutzer entscheidet. Es ist möglich, durch Gymglish ein in Frankreich anerkanntes Sprachdiplom zu bekommen. Das Unternehmen bietet Sprachkurse für Englisch, Französich, Spanisch und Deutsch an. Es gibt auch die Möglichkeit die Kurse von Gymglish im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmen oder in der Lehre zu nutzen. Weitere Informationen gibt es hier.

Geschrieben von Redaktion am 28.06.2021

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